Investagon ist eine Vertriebsplattform für Bauträger und Kapitalanlage-Vertriebe mit Objekt-, Reservierungs-, Kontingent- und Provisionsfunktionen. Der Anbieter nennt über 900 Unternehmen und mehr als 35.000 Nutzer (Stand Juli 2026). Die Preisseite listet Paket S für 59 € und Paket M für 390 € monatlich exkl. USt., Enterprise auf Anfrage. Nutzerbewertungen sind positiv, basieren aber auf wenigen Stimmen.
Wer eine Software für den Kapitalanlage-Vertrieb evaluiert, stößt früh auf Investagon: Die Plattform gehört zu den bekanntesten Lösungen im deutschen Markt für den Vertrieb von Anlageimmobilien und wirbt mit einem breiten Netzwerk aus Bauträgern und Vertrieben. Gleichzeitig ist die öffentlich verfügbare Erfahrungsbasis überschaubar – auf Capterra und OMR Reviews finden sich zusammen nur eine Handvoll Bewertungen. Genau deshalb lohnt ein strukturierter Blick: Was belegt der Anbieter selbst, was berichten Nutzer, und wo liegen die Grenzen des öffentlich dokumentierten Funktionsumfangs?
Dieser Praxis-Check ordnet Investagon entlang nachprüfbarer Quellen ein: der Anbieter-Website, der Preisseite und der Bewertungsportale (jeweils Stand Juli 2026). Anschließend vergleichen wir die beworbenen Funktionen fair und transparent mit MyInvest Pro – inklusive der Szenarien, in denen Investagon nach unserer Einschätzung die passendere Wahl bleibt. Alle Aussagen über den Anbieter sind als solche gekennzeichnet und mit Quelle belegt; unsere eigene Positionierung ist klar als Einschätzung markiert.
Investagon im Steckbrief: Zielgruppe, Funktionen und Anbieter-Claims
Investagon richtet sich laut Anbieter-Website an Bauträger, Immobilienvertriebe und den Kapitalanlage-Markt. Der Anbieter positioniert die Plattform als „meistgenutzte Vertriebslösung der Branche“ und nennt dafür konkrete Zahlen: über 900 Unternehmen, mehr als 35.000 Nutzer, über 3 Mrd. € Transaktionsvolumen und mehr als 8.600 verkaufte Objekte (alle Angaben laut Anbieter, Stand Juli 2026). Zusätzlich wirbt Investagon damit, dass Nutzer „im Schnitt 2,8x produktiver verkaufen“ und beim Objektverkauf „43 % Zeit“ sparen – auch diese Werte sind Anbieter-Claims, deren Berechnungsgrundlage auf der Website nicht offengelegt wird.
Funktional gliedert der Anbieter die Plattform auf seiner Funktionsseite in fünf Bereiche: Verkauf & Vertrieb (Objekte, Provisionen, Reservierungen, Suchagenten, Objektvergleiche, Vertriebsnetzwerk), Exposé & Dokumente (digitales Exposé, Keyfacts, Dokumentenverwaltung), Kalkulation & Finanzierung (Prognosen, Rendite und Cashflow, Finanzierungs-Kalkulationen, Steuern, Förderungen), Prozesse (Verkaufsphasen, Notar-Koordination, CRM, Daten teilen) sowie Daten & Individualisierung (Analytics, Marktdaten, Schnittstellen und White Label). Dazu kommen laut Startseite eine KI-gestützte Objektplattform, ein Customer Portal, automatische Dokumentenanalyse und „Investagon Connect“ für Geschäftskontakte zwischen Partnern (Stand Juli 2026).
Bei den Integrationen nennt der Anbieter Salesforce und HubSpot sowie onOffice und Propstack; Objekt- und Reservierungsdaten sollen laut Website in Echtzeit zwischen den beteiligten Parteien fließen. Erwähnenswert ist außerdem der Anspruch, einen Datenstandard im Kapitalanlage-Markt zu setzen: Laut Anbieter nutzen „über 90 % der Unternehmen im Kapitalanlage-Immobilienmarkt“ den Investagon-Datenstandard – eine starke Aussage, die als Eigenangabe des Anbieters zu lesen ist und sich von außen nicht unabhängig verifizieren lässt.
Für die Einordnung im Auswahlprozess heißt das: Investagon ist erkennbar auf die Objekt- und Vertriebsplattform-Logik fokussiert – Objekte zentral aufbereiten, an ein Netzwerk aus Vertriebspartnern ausspielen, Reservierungen und Kontingente steuern. Wer genau diesen Anwendungsfall sucht, findet hier einen etablierten Spezialisten. Wie tief die einzelnen Module in der Praxis gehen, lässt sich aus den öffentlichen Angaben allein nicht abschließend beurteilen; hier hilft nur ein eigener Test mit realen Objekten und Prozessen.
900+
Unternehmen
laut Anbieter, Stand Juli 2026
35.000+
Nutzer
laut Anbieter, Stand Juli 2026
3 Mrd. €+
Transaktionsvolumen
laut Anbieter, Stand Juli 2026
8.600+
verkaufte Objekte
laut Anbieter, Stand Juli 2026
Was Nutzer berichten: Bewertungen auf Capterra und OMR Reviews eingeordnet
Auf Capterra Deutschland steht Investagon bei 4,8 von 5 Sternen – allerdings auf Basis von nur 5 Nutzerbewertungen (Stand Juli 2026). Die Teilwertungen: 4,6 für Bedienkomfort, 5,0 für Kundenbetreuung, 5,0 für das Preis-Leistungs-Verhältnis und 4,2 für Funktionen; die Empfehlungsquote liegt bei 90 %. Auf OMR Reviews sind 7 Bewertungen mit einem Schnitt von 4,9 von 5 gelistet, wobei die Plattform selbst anmerkt, dass noch nicht genug Reviews für eine Zusammenfassung vorliegen (Stand Juli 2026). Beide Werte sind ausgesprochen gut – und beide beruhen auf einer sehr schmalen Datenbasis, die man bei der Interpretation ehrlicherweise mitnennen muss.
Inhaltlich loben Nutzer auf Capterra vor allem die Beratungsqualität und Struktur: Die Software sei „sehr intuitiv gehalten und trotzdem mit der nötigen Tiefe für eine gute Beratung“, unterstütze „Struktur, Abwicklungsgeschwindigkeit und vor allem keine Fehler“ und sei „sehr übersichtlich, gut zu verkaufen und einfach bedienbar“. Positiv hervorgehoben wird außerdem die Möglichkeit, Objekte zu vergleichen und Kennzahlen wie die Eigenkapitalrendite direkt im Kundengespräch zu zeigen. Das deckt sich mit dem Produktfokus aus dem Steckbrief: Objektaufbereitung und Rendite-Darstellung sind erkennbar die Stärken.
Auf der Kritikseite nennen Reviewer eine nicht optimal funktionierende Suchfunktion, fehlende Darstellungsmöglichkeiten für bestimmte Finanzierungsmodelle sowie Komplexität, sobald mehrere Benutzer, Kunden und Vertriebe parallel verwaltet werden. Laut den Suchergebnissen zu den Bewertungsportalen hat der Anbieter die Suchfunktion inzwischen nachgebessert. Wichtig für die Einordnung: Die jüngste dokumentierte Capterra-Bewertung stammt vom Februar 2025 – die Berichte bilden also nicht zwingend den aktuellen Produktstand ab.
Unterm Strich zeichnen die öffentlichen Nutzerstimmen ein positives, aber dünnes Bild: hohe Zufriedenheit bei denen, die bewertet haben, jedoch zu wenige Stimmen für ein belastbares Gesamturteil. Für die Evaluation empfiehlt sich deshalb, Referenzen direkt beim Anbieter anzufragen und die eigenen Kernprozesse – etwa Reservierung, Provisionsabrechnung und Partnersteuerung – in der Testphase selbst durchzuspielen, statt sich auf Portalnoten zu verlassen.
Investagon Preise: Paket S ab 59 €, Paket M ab 390 €, Enterprise auf Anfrage
Die Preisseite von Investagon listet drei Pakete (Stand Juli 2026): Paket S (Starter) für 59 € pro Monat exkl. USt., Paket M (Team) für 390 € pro Monat exkl. USt. und Paket L (Enterprise) auf Anfrage. Für die kostenpflichtigen Pakete fällt laut Preisseite zusätzlich eine einmalige Setup-Gebühr an, deren Höhe dort nicht beziffert wird. Beide Pakete lassen sich laut Anbieter 14 Tage kostenlos testen; danach ist ein kostenpflichtiger Tarif erforderlich.
Zum Leistungsumfang der Pakete finden sich auf OMR Reviews weitere Angaben (Stand Dezember 2025): Der Starter-Plan umfasst demnach 1 Premiumnutzer, 200 Endkundennutzer, White Label, bis zu 3 eigene Objekte, eine API-Schnittstelle und 1 GB Speicherplatz; der Team-Plan 5 Premiumnutzer, 500 Endkundennutzer, eine eigene Subdomain, einen Onboarding-Termin und Telefon-Support. Im Enterprise-Plan sind laut OMR individuelle Nutzerzahlen und unbegrenzte Objekte enthalten, Analytics und Marktdaten werden dort als Add-ons geführt. Kleiner Hinweis auf Datenlage: OMR nennt eine 30-tägige Testversion, die Anbieter-Preisseite selbst 14 Tage – im Zweifel gilt die Angabe des Anbieters.
Für die Kalkulation im Auswahlprozess ergeben sich daraus drei offene Punkte, die man vor Vertragsschluss klären sollte: die Höhe der einmaligen Setup-Gebühr, die Kosten für zusätzliche Premiumnutzer oberhalb der Paketgrenzen sowie die Preise der Add-ons wie Analytics und Marktdaten im Enterprise-Umfeld. Gerade für wachsende Vertriebe ist die Frage relevant, wie sich die Kosten entwickeln, wenn aus 5 Premiumnutzern 15 werden oder mehr als 3 eigene Objekte im Starter-Paket gepflegt werden sollen – das Enterprise-Paket ist nur auf Anfrage kalkulierbar.
Fair ist festzuhalten: Mit öffentlich einsehbaren Einstiegspreisen ist Investagon transparenter als viele B2B-Anbieter, die sämtliche Preise hinter einem Kontaktformular verbergen. Der Einstieg mit 59 € pro Monat ist niedrigschwellig und eignet sich, um die Plattform mit wenigen Objekten kennenzulernen. Vollständig kalkulierbar ist das Gesamtbudget wegen Setup-Gebühr, Add-ons und Enterprise-auf-Anfrage aber erst nach einem Angebotsgespräch – das sollte man im Evaluationszeitplan einplanen.
Funktions-Direktvergleich: Investagon vs. MyInvest Pro in der Tabelle
Der folgende Direktvergleich stellt die auf der Investagon-Website beworbenen Funktionen (Stand Juli 2026) dem Funktionsumfang von MyInvest Pro gegenüber. Wichtig für die faire Lesart: „Nicht beworben“ heißt ausdrücklich nicht „nicht vorhanden“ – es bedeutet nur, dass die Funktion auf den öffentlichen Anbieter-Seiten zum Abrufzeitpunkt nicht ausgewiesen war. Ob eine Funktion im Einzelfall über Partner, Schnittstellen oder individuelle Projekte abbildbar ist, klärt am Ende nur das Gespräch mit dem Anbieter.
Beide Plattformen adressieren dieselbe Zielgruppe – Bauträger und Kapitalanlage-Vertriebe – setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte: Investagon bewirbt vor allem die Objektplattform mit Vertriebspartner-Steuerung, Marktdaten und Datenstandard; MyInvest Pro ist als durchgängige Vertriebsplattform aufgebaut, in der CRM-Pipeline, Finanzierungsvermittlung, Bonitätsanalyse, E-Signatur und Provisionsabrechnung im Kernprodukt zusammenlaufen. Diese Gegenüberstellung ist unsere Perspektive als Anbieter von MyInvest Pro – die Fakten in der Tabelle sind jeweils mit Quelle gekennzeichnet.
Auffällig ist die Überschneidung bei Reservierungen, Kontingenten und Provisionen: Beide Anbieter führen diese Funktionen als Kernbestandteil. Die Unterschiede liegen in der Prozesstiefe dahinter – etwa darin, ob nach der Reservierung auch Finanzierungsanfrage, Bonitätsprüfung und rechtsgültige Unterschrift im selben System weiterlaufen oder in Nachbarsysteme wechseln. Genau diese Nahtstellen sollte man in einer Demo mit einem realen Fall durchspielen.
Investagon vs. MyInvest Pro: beworbene Funktionen im Vergleich (Stand Juli 2026)
| Funktion | Investagon | MyInvest Pro |
|---|---|---|
| Reservierungen & Kontingente | Beworben: Reservierungsdaten in Echtzeit, Kontingente in der Vertriebspartner-Steuerung (laut Anbieter-Website) | Reservierungssystem mit Kundenportal im Kernprodukt |
| Provisionsverwaltung | Provisionen als Teil von Verkauf & Vertrieb beworben (laut Anbieter-Website) | Mehrstufige Provisionsabrechnung bis zu fünf Ebenen im Kernprodukt |
| Finanzierungsvermittlung | Finanzierungs-Kalkulationen und Daten-Teilen mit Banken beworben; eine integrierte Vermittlungsstrecke wird nicht beworben (laut Anbieter-Website) | Integrierte Finanzierungsstrecke mit über 390 Bankpartnern |
| E-Signatur | Auf der Funktionsseite nicht beworben (Stand Juli 2026) | eIDAS-konforme E-Signatur mit digitaler Selbstauskunft integriert |
| Bonitätsprüfung | Auf der Funktionsseite nicht beworben (Stand Juli 2026) | Bonitätsanalyse als eigenes Modul im Produkt |
| CRM & Schnittstellen | CRM in den Prozessen beworben; Integrationen zu Salesforce, HubSpot, onOffice und Propstack (laut Anbieter-Website) | CRM mit visueller Deal-Pipeline als Kernbaustein, API vorhanden |
| Marktdaten & Analytics | Marktdaten und Analytics beworben; im Enterprise-Plan laut OMR Reviews als Add-ons geführt | KI-Standortanalyse als Teil der Beratungs- und Verkaufslogik |
| Preistransparenz | Paket S 59 €, Paket M 390 € mtl. exkl. USt. plus Setup-Gebühr; Enterprise auf Anfrage (laut Preisseite) | Alle Pläne öffentlich auf der Preisseite einsehbar |
| Testphase | 14 Tage kostenlos testen (laut Preisseite) | Demo mit realem Vertriebsfall buchbar |
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Nicht beworben bei Investagon (Stand Juli 2026): Finanzierungsstrecke, E-Signatur, Bonitätsprüfung
Drei Bausteine, die im Kapitalanlage-Vertrieb regelmäßig über Abschlussgeschwindigkeit entscheiden, werden auf der Investagon-Funktionsseite nicht beworben (Stand Juli 2026): eine integrierte Finanzierungsvermittlung mit Bankenanbindung, eine E-Signatur für rechtsgültige Unterschriften und eine Bonitätsprüfung. Im Bereich Kalkulation & Finanzierung bewirbt der Anbieter Finanzierungs-Kalkulationen, Prognosen und Rendite-Darstellungen; zum Thema Banken heißt es, man könne Daten „schnell und unkompliziert direkt über die Investagon-Plattform mit Banken“ teilen. Das ist Datenaustausch – eine Vermittlungsstrecke mit Konditionsvergleich und Antragsprozess wird auf der Website nicht ausgewiesen.
Auch hier gilt die faire Lesart: Nicht beworben heißt nicht zwingend nicht lösbar. Laut den öffentlichen Funktionsangaben setzt Investagon auf Schnittstellen zu Salesforce, HubSpot, onOffice und Propstack sowie auf APIs – Unterschrifts- oder Finanzierungsprozesse können in solchen Setups über angebundene Drittsysteme oder Partner laufen. Interessant ist in diesem Zusammenhang eine Nutzerstimme von Capterra, die fehlende Darstellungsmöglichkeiten für bestimmte Finanzierungsmodelle bemängelt – ein Hinweis darauf, dass die Finanzierungstiefe je nach Anwendungsfall an Grenzen stoßen kann, wobei diese Einzelmeinung nicht verallgemeinert werden sollte.
Praktisch relevant wird das Thema bei der Prozesskette nach der Reservierung: Wenn Finanzierungsanfrage, Bonitätsunterlagen und Kaufabwicklung in separaten Tools stattfinden, entstehen Medienbrüche – Daten werden doppelt gepflegt, Status müssen manuell synchronisiert werden, und die Nachvollziehbarkeit über den Gesamtprozess leidet. Ob das im eigenen Setup ein echtes Problem oder nur ein Schönheitsfehler ist, hängt von der Teamgröße und dem Volumen ab: Ein kleines Team mit wenigen Abschlüssen pro Monat verkraftet Medienbrüche leichter als ein Vertrieb mit Dutzenden parallelen Vorgängen.
Für die Evaluation empfehlen wir deshalb eine einfache Prüfroutine: den kompletten Weg eines Kunden vom Erstkontakt über Objektauswahl, Finanzierungsanfrage, Bonitätsprüfung und Reservierung bis zur Unterschrift einmal konkret durchdeklinieren – und für jeden Schritt notieren, in welchem System er stattfindet und wie die Daten dorthin kommen. Diese Übung deckt zuverlässig auf, wo Zusatzkosten für Drittanbieter-Tools oder manuelle Arbeit entstehen würden, und macht Angebote verschiedener Anbieter überhaupt erst vergleichbar.
Für wen ist Investagon die richtige Wahl – und für wen nicht?
Ein fairer Vergleich benennt beide Richtungen. Es gibt Szenarien, in denen Investagon nach unserer Einschätzung die naheliegendere Wahl ist – und Szenarien, in denen eine integrierte Plattform wie MyInvest Pro besser passt. Entscheidend ist nicht, welche Software „besser“ ist, sondern welcher Produktschwerpunkt zum eigenen Geschäftsmodell passt.
Investagon spricht für sich, wenn der Schwerpunkt auf der Objektplattform liegt: Erstens für Vertriebe, die vor allem Zugang zu einem breiten Netzwerk aus Bauträgern und Anbietern suchen und Objekte Dritter vertreiben – hier sind das beworbene Vertriebsnetzwerk, „Investagon Connect“ und der vom Anbieter reklamierte Datenstandard ein echtes Argument. Zweitens für kleine Teams und Einzelvermittler, die mit dem Starter-Paket für 59 € pro Monat (laut Preisseite, Stand Juli 2026) niedrigschwellig starten und zunächst nur wenige eigene Objekte professionell aufbereiten wollen. Drittens für Organisationen, die bereits ein etabliertes CRM wie Salesforce oder HubSpot im Einsatz haben und gezielt eine Objekt- und Kalkulationsplattform ergänzen möchten – die entsprechenden Integrationen bewirbt der Anbieter ausdrücklich.
Anders sieht es nach unserer Einschätzung aus, wenn der gesamte Vertriebsprozess in einem System laufen soll: Vertriebe mit mehrstufigen Partnerstrukturen und entsprechender Provisionslogik, Teams, die Finanzierungsvermittlung als eigenen Umsatzhebel betreiben wollen, und Organisationen, die Reservierung, Bonitätsprüfung und rechtsgültige Unterschrift ohne Toolwechsel abbilden möchten, finden diese Prozesskette bei MyInvest Pro im Kernprodukt. Auch wer im Auswahlprozess vollständige Preistransparenz ohne Angebotsgespräch erwartet, wird bei Investagon wegen Setup-Gebühr und Enterprise-auf-Anfrage zumindest einen zusätzlichen Schritt einplanen müssen.
Ein ehrlicher Zwischenschritt für Unentschlossene: beide Systeme mit demselben realen Fall testen. Investagon bietet laut Preisseite 14 Tage kostenlosen Test, MyInvest Pro eine Demo anhand eines konkreten Vertriebsfalls. Wer denselben Kunden, dasselbe Objekt und denselben Abschlussprozess in beiden Umgebungen durchspielt, sieht innerhalb weniger Stunden, welcher Produktschwerpunkt zum eigenen Alltag passt – deutlich verlässlicher als jede Feature-Liste.
Wo MyInvest Pro anders ansetzt: die integrierte Prozesskette (Eigen-Positionierung)
Transparenz vorweg: MyInvest Pro ist unser eigenes Produkt – die folgende Einordnung ist entsprechend als Eigen-Positionierung zu lesen. Der konzeptionelle Unterschied zu Investagon liegt weniger in einzelnen Features als im Schnitt des Produkts: MyInvest Pro ist als durchgängige Vertriebsplattform gebaut, in der die komplette Kette vom Lead bis zur Provisionsabrechnung in einem System läuft – CRM mit visueller Deal-Pipeline, Objektkatalog, KI-Standortanalyse, Finanzierungsvermittlung, Bonitätsanalyse, Reservierung, digitale Selbstauskunft mit eIDAS-konformer E-Signatur und mehrstufige Provisionsabrechnung.
Der aus unserer Sicht größte strukturelle Unterschied ist die Finanzierungsstrecke: MyInvest Pro bindet über 390 Bankpartner für die Finanzierungsvermittlung an – mit automatischer Anfrage-Verteilung, Konditionsvergleich und Status-Tracking im selben System, in dem auch Objekt und Kunde liegen. Für Vertriebe, die Finanzierung nicht nur kalkulieren, sondern aktiv vermitteln, ist das ein eigener Umsatzhebel, weil die Finanzierungsprovision im selben Prozess entsteht wie der Objektverkauf. Bei Investagon wird eine solche integrierte Vermittlungsstrecke auf der Anbieter-Website nicht beworben (Stand Juli 2026); beworben werden Kalkulationen und der Datenaustausch mit Banken.
Zweiter Unterschied ist der Abschlussprozess: Digitale Selbstauskunft, Bonitätsanalyse und eIDAS-konforme E-Signatur sind bei MyInvest Pro Teil des Kernprodukts, sodass Reservierung und rechtsgültige Unterschrift ohne Systemwechsel aufeinander folgen. Über 1.200 aktive Vertriebspartner nutzen die Plattform für den Verkauf von Kapitalanlage-Immobilien. Und beim Thema Preise gilt: Alle Pläne stehen öffentlich auf der Preisseite – inklusive der Konditionen, sodass sich das Budget ohne Angebotsgespräch kalkulieren lässt.
Zur ehrlichen Einordnung gehört auch die Gegenrichtung: Den vom Anbieter reklamierten Marktplatz-Charakter mit über 900 angebundenen Unternehmen und einem branchenweiten Objekt-Datenstandard hat Investagon als etablierter Spezialist für sich – wer primär ein möglichst großes Anbieter-Netzwerk sucht, bewertet diesen Punkt zu Recht hoch. Unser Anspruch ist ein anderer: die Prozesstiefe vom Lead bis zur ausgezahlten Provision in einem System. Welcher Ansatz mehr wert ist, entscheidet das eigene Geschäftsmodell – nicht die Werbeseite eines der beiden Anbieter.
Wechsel und Migration: Daten aus Investagon mitnehmen – so läuft der Umstieg
Wer von Investagon zu einer anderen Plattform wechselt – oder parallel evaluiert –, sollte die Migration als eigenes kleines Projekt behandeln. Der erste Schritt ist eine Bestandsaufnahme: Welche Objekt-, Interessenten- und Reservierungsdaten liegen im System, welche Provisionsfälle sind offen, welche Dokumente (Exposés, Selbstauskünfte, Verträge) müssen mitwandern? Investagon bewirbt API-Schnittstellen und Datenexport-Funktionen; welche Daten in welchem Format exportierbar sind, sollte man vor der Kündigungsentscheidung konkret beim Anbieter erfragen – idealerweise mit einem Probeexport während der laufenden Vertragszeit.
Der zweite Schritt ist konzeptionell: vor dem Umzug entscheiden, welche Prozesse künftig wirklich im Kernsystem liegen sollen – Pipeline, Finanzierung, Provision, Signatur – und welche bewusst in Nachbarsystemen bleiben. Wer diese Entscheidung erst nach der Migration trifft, baut die alten Medienbrüche im neuen System nach. Ein bewährtes Vorgehen ist, den Ziel-Prozess einmal komplett auf Papier zu bringen und erst dann die Datenfelder zu mappen: Welches Feld aus dem Altsystem landet wo, welche Felder entfallen, welche kommen neu hinzu (etwa Bonitäts- oder Finanzierungsstatus)?
Der dritte Schritt ist der Praxistest: die Demo des Zielsystems anhand eines realen Falls durchspielen – ein echter Lead, ein echtes Objekt, eine Finanzierungsanfrage, eine Reservierung und der Abschluss inklusive Provisionsabrechnung. Für den Parallelbetrieb empfiehlt sich ein fester Stichtag, ab dem Neugeschäft nur noch im neuen System startet, während Bestandsvorgänge im alten System auslaufen; das vermeidet doppelte Pflege über Monate. Offene Reservierungen und laufende Provisionsansprüche sollten mit Stichtagslisten dokumentiert werden, damit beim Übergang kein Anspruch verloren geht.
Zeitlich ist ein Wechsel dieser Größenordnung erfahrungsgemäß in wenigen Wochen machbar, wenn Datenexport und Prozessentscheidungen vorbereitet sind – der kritische Pfad ist selten die Technik, sondern die Disziplin bei Datenbereinigung und Team-Onboarding. Wichtig: Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen des Altsystems früh prüfen, damit der Stichtag nicht an einer Verlängerungsklausel scheitert.
FAQ: Häufige Fragen
Was kostet Investagon?
Die Preisseite von Investagon listet drei Pakete (Stand Juli 2026): Paket S (Starter) für 59 € pro Monat exkl. USt., Paket M (Team) für 390 € pro Monat exkl. USt. und Paket L (Enterprise) auf Anfrage. Zusätzlich nennt die Preisseite für die kostenpflichtigen Pakete eine einmalige Setup-Gebühr, deren Höhe dort nicht beziffert wird. Laut OMR Reviews (Stand Dezember 2025) enthält der Starter-Plan unter anderem 1 Premiumnutzer, 200 Endkundennutzer und bis zu 3 eigene Objekte; der Team-Plan 5 Premiumnutzer und 500 Endkundennutzer. Analytics und Marktdaten werden im Enterprise-Plan dort als Add-ons geführt. Für eine vollständige Budgetkalkulation sollte man Setup-Gebühr, Zusatznutzer und Add-on-Preise direkt beim Anbieter erfragen.
Gibt es bei Investagon eine kostenlose Testphase?
Ja. Laut der Preisseite des Anbieters lassen sich die Pakete S und M jeweils 14 Tage kostenlos testen (Stand Juli 2026); nach Ablauf der Testphase ist ein kostenpflichtiger Tarif erforderlich, um weiterzuarbeiten. Auf OMR Reviews ist abweichend eine 30-tägige Testversion vermerkt (Stand Dezember 2025) – im Zweifel gilt die aktuellere Angabe der Anbieter-Preisseite. Für einen aussagekräftigen Test empfiehlt es sich, die Testphase mit einem realen Anwendungsfall zu füllen: ein echtes Objekt anlegen, eine Kalkulation für einen Kunden erstellen und den Reservierungsprozess einmal komplett durchspielen. So zeigt sich innerhalb der zwei Wochen, ob der Produktschwerpunkt zum eigenen Vertriebsalltag passt.
Was sagen Nutzer über Investagon?
Die öffentlichen Bewertungen sind positiv, aber zahlenmäßig überschaubar: Auf Capterra Deutschland steht Investagon bei 4,8 von 5 Sternen auf Basis von 5 Bewertungen, auf OMR Reviews bei 4,9 von 5 auf Basis von 7 Bewertungen (jeweils Stand Juli 2026). Gelobt werden vor allem die intuitive Bedienung mit fachlicher Tiefe für die Beratung, die Objektvergleiche mit Kennzahlen wie der Eigenkapitalrendite sowie die Kundenbetreuung. Kritisiert wurden eine nicht optimale Suchfunktion, fehlende Darstellungsmöglichkeiten für bestimmte Finanzierungsmodelle und Komplexität bei vielen parallelen Benutzern und Vertrieben. Wegen der kleinen Datenbasis sollte man Portalnoten als Indiz werten und eigene Tests sowie Referenzgespräche ergänzen.
Bietet Investagon eine E-Signatur oder Finanzierungsvermittlung?
Auf der Funktionsseite des Anbieters werden eine E-Signatur, eine Bonitätsprüfung und eine integrierte Finanzierungsvermittlung mit Bankenanbindung nicht beworben (Stand Juli 2026). Beworben werden im Bereich Kalkulation & Finanzierung unter anderem Finanzierungs-Kalkulationen, Prognosen sowie die Möglichkeit, Daten über die Plattform mit Banken zu teilen. Laut den öffentlichen Funktionsangaben setzt Investagon zudem auf Schnittstellen zu Systemen wie Salesforce, HubSpot, onOffice und Propstack – entsprechende Prozesse können in solchen Setups über angebundene Drittsysteme gelöst werden. Wer Unterschrift, Bonitätsprüfung und Finanzierungsvermittlung ohne Systemwechsel im Kernprodukt sucht, findet diese Kette bei MyInvest Pro; der Direktvergleich dazu steht in der Tabelle oben.
Welche Alternativen zu Investagon gibt es?
Im deutschsprachigen Markt für Kapitalanlage- und Bauträger-Vertriebssoftware ist MyInvest Pro die direkteste Alternative mit derselben Zielgruppe: Die Plattform verbindet CRM mit visueller Deal-Pipeline, Finanzierungsvermittlung über mehr als 390 Bankpartner, Bonitätsanalyse, Reservierungssystem, eIDAS-konforme E-Signatur und mehrstufige Provisionsabrechnung in einem System – mit öffentlich einsehbaren Preisen. Daneben kombinieren manche Vertriebe generische CRM-Systeme wie Salesforce oder HubSpot mit Branchen-Tools, was maximale Flexibilität bietet, aber Integrations- und Pflegeaufwand erzeugt. Welche Lösung passt, hängt vom Schwerpunkt ab: reine Objektplattform mit Netzwerk (Stärke von Investagon) oder durchgängige Prozesskette bis zur Provision. Eine detaillierte Gegenüberstellung bietet unsere Vergleichsseite zur Investagon-Alternative.
Fazit
Investagon ist ein etablierter Spezialist für die Objekt- und Vertriebsplattform-Logik im Kapitalanlage-Markt: starke Anbieter-Zahlen (über 900 Unternehmen, mehr als 35.000 Nutzer, Stand Juli 2026), positive – wenn auch wenige – Nutzerstimmen und ein niedrigschwelliger Einstieg ab 59 € pro Monat laut Preisseite. Wer primär Objekte aufbereiten, ein Anbieter-Netzwerk nutzen und Reservierungen sowie Kontingente steuern will, bekommt hier ein fokussiertes Werkzeug und sollte die 14-tägige Testphase nutzen.
Die Grenzen des öffentlich dokumentierten Funktionsumfangs liegen dort, wo der Abschlussprozess weiterläuft: Integrierte Finanzierungsvermittlung, E-Signatur und Bonitätsprüfung werden auf der Anbieter-Website nicht beworben (Stand Juli 2026) und wären laut den öffentlichen Funktionsangaben über Schnittstellen und Drittsysteme zu lösen. Für kleine Teams ist das oft verschmerzbar; für Vertriebe mit Volumen, Partnerstrukturen und Finanzierungsgeschäft summieren sich Medienbrüche schnell zu echtem Aufwand.
Nach unserer Einschätzung gilt deshalb: Investagon wählt, wer eine Objektplattform mit Netzwerk sucht – MyInvest Pro, wer die komplette Prozesskette vom Lead über Finanzierung und rechtsgültige Unterschrift bis zur mehrstufigen Provisionsabrechnung in einem System will, mit transparenten Preisen ohne Angebotsgespräch. Der schnellste Weg zur eigenen Antwort ist der Praxistest mit einem realen Fall in beiden Systemen – die Demo dafür ist in wenigen Minuten gebucht.
Interne Weiterführende Links
- Finanzierungsvermittlung mit 390+ Bankpartnern: Automatischer Konditionsvergleich, Anfrage-Verteilung und Status-Tracking – die integrierte Finanzierungsstrecke von MyInvest Pro.
- MyInvest Pro als Investagon Alternative: Der detaillierte Direktvergleich: Produktschwerpunkt, CRM, Finanzierung, Provision und Signatur im Überblick.
- Preise von MyInvest Pro: Alle Pläne und Konditionen öffentlich einsehbar – Budget kalkulieren ohne Angebotsgespräch.
- Demo vereinbaren: MyInvest Pro anhand eines realen Vertriebsfalls testen: Lead, Objekt, Finanzierung, Reservierung, Abschluss.
- Ratgeber: Bauträger-Vertrieb digitalisieren: Wie Bauträger und Vertriebe ihre Prozesse Schritt für Schritt digitalisieren – von der Pipeline bis zum Abschluss.
Externe Quellen
- Investagon Preisseite (Anbieter): Offizielle Preisangaben des Anbieters: Paket S 59 €, Paket M 390 € mtl. exkl. USt., Enterprise auf Anfrage (Stand Juli 2026).
- Investagon Bewertungen auf Capterra Deutschland: Nutzerbewertungen mit 4,8/5 Sternen auf Basis von 5 Reviews inklusive Vor- und Nachteilen (Stand Juli 2026).
- Investagon auf OMR Reviews: Bewertungsprofil mit 4,9/5 Sternen auf Basis von 7 Reviews sowie Preis- und Funktionsangaben (Stand Juli 2026).
- § 6 UWG – Vergleichende Werbung: Rechtsgrundlage für objektive, nachprüfbare Produktvergleiche – Maßstab für die Faktendarstellung in diesem Beitrag.
Medien-Briefing
Vergleichsmatrix Investagon vs. MyInvest Pro
Zweispaltige Matrix mit den Zeilen Reservierung, Provision, Finanzierung, E-Signatur, Bonitätsprüfung, Preistransparenz; Investagon-Angaben mit Quellenvermerk 'laut Anbieter, Stand Juli 2026', MyInvest-Pro-Spalte im Marken-Design.
Alt-Tag: Vergleichstabelle der beworbenen Funktionen von Investagon und MyInvest Pro, Stand Juli 2026
Infografik: Prozesskette vom Lead bis zur Provision
Horizontale Prozessgrafik mit den Schritten Lead, Objekt, Finanzierung, Bonität, Reservierung, E-Signatur, Provision; Markierung, welche Schritte laut Anbieter-Websites im jeweiligen Kernprodukt beworben werden und wo Drittsysteme nötig sind.
Alt-Tag: Prozessgrafik der Vertriebskette vom Lead bis zur Provisionsabrechnung im Systemvergleich
