Investavio ist ein offener B2B-Marktplatz, der Bauträger und Kapitalanlage-Vertriebe verbindet — mit Anlegerrechner, Reservierungsworkflow und Investagon-CSV-Import. Die Nutzung ist laut Anbieter kostenlos; finanziert wird die Plattform über je 0,075 Prozent Transaktionsprovision von Produktgeber und Hauptvertrieb, Untervertriebe zahlen nichts (Stand Juli 2026). Ein vollwertiges CRM, E-Signatur oder eine Finanzierungsstrecke werden auf der Anbieter-Website nicht beworben.
Wer nach Investavio Erfahrungen sucht, stößt schnell auf eine Besonderheit: Die Plattform ist jung, und unabhängige Nutzerbewertungen auf den großen Portalen waren zum Zeitpunkt unserer Recherche im Juli 2026 nicht auffindbar. Umso wichtiger ist es, sauber zu trennen zwischen dem, was der Anbieter selbst über Funktionen und Kosten veröffentlicht, und dem, was sich daraus für den eigenen Vertriebsalltag ableiten lässt. Genau das leistet dieser Beitrag: Wir haben die Anbieter-Website und die Preisseite ausgewertet, das Provisionsmodell durchgerechnet und den Funktionsumfang dem einer Vertriebssoftware gegenübergestellt.
Eine Einordnung vorab, weil wir als Anbieter von MyInvest Pro selbst im Markt aktiv sind: Investavio und eine Vertriebssoftware lösen unterschiedliche Probleme. Ein Marktplatz beschafft Objekte und Reichweite, eine Vertriebssoftware organisiert den Prozess vom Lead bis zur Provisionsabrechnung. Wir benennen deshalb ehrlich die Szenarien, in denen Investavio nach unserer Einschätzung die passende Wahl ist — und die Fälle, in denen das Marktplatz-Modell allein nicht ausreicht.
Investavio im Steckbrief: Was der Marktplatz laut Anbieter bietet
Investavio beschreibt sich auf der eigenen Website als offener B2B-Marktplatz zwischen Bauträgern beziehungsweise Produktgebern auf der einen und Kapitalanlage-Vertrieben, Maklern und Finanzberatern auf der anderen Seite (Stand Juli 2026). Produktgeber stellen dort Projekte und Einheiten strukturiert ein — inklusive Preisen, Bildern und Unterlagen mit Drag-and-Drop-Upload und automatischer Kategorisierung. Vertriebe durchsuchen den Bestand nach Kriterien wie Rendite, Ort, Preis und Bauzustand und präsentieren die Objekte ihren Kunden. Betrieben wird die Plattform laut Impressum von der Singer Investment GmbH mit Sitz in Grünwald bei München (Stand Juli 2026).
Funktional geht das Angebot über eine reine Objektbörse hinaus. Der integrierte Anlegerrechner kalkuliert laut Anbieter Cashflows vor und nach Steuern über bis zu 30 Jahre, berücksichtigt gestaffelte Sonder- und erhöhte Abschreibungen nach § 7i, § 7h und § 7b EStG sowie die Spekulationsfrist und weist einen internen Zinsfuß aus. Dazu kommen menüfreie, teilbare Kundenansichten mit eigenem Logo-Branding, ein Reservierungsworkflow mit Ablaufdatum und Verkaufsbestätigung, ein Organisation-zu-Organisation-Chat direkt aus dem Objekt heraus und eine hinterlegte Grunderwerbsteuer-Tabelle mit bundeslandspezifischen Sätzen. Wie streng die gesetzlichen Voraussetzungen etwa der Sonderabschreibung nach § 7b EStG tatsächlich sind — Baukostenobergrenzen, Effizienzhaus-40-Standard, zehnjährige Vermietungspflicht — lässt sich direkt im Gesetzestext nachlesen; ein Rechnerergebnis ersetzt keine steuerliche Beratung.
Bemerkenswert ist der explizite Bezug zum Wettbewerb: Investavio positioniert sich laut eigener Website als kostenlose Alternative zu Investagon und Teamproq und beschreibt diese als solide CRM-Lösungen mit Monats- oder Jahresgebühren (Stand Juli 2026). Dazu passt der beworbene CSV-Import, der laut Anbieter die komplette Investagon-Einheitentabelle einliest und Miteigentumsanteile automatisch in das Zähler-Nenner-Format umrechnet. Die Plattform richtet sich damit erkennbar an Marktteilnehmer, die bereits mit strukturierten Einheitendaten arbeiten und den Wechsel- oder Parallelbetrieb ohne Neuerfassung starten wollen.
- Offener B2B-Marktplatz zwischen Produktgebern und Kapitalanlage-Vertrieben (laut Anbieter, Stand Juli 2026)
- Anlegerrechner mit Sonder-AfA-Logik (§ 7i/7h/7b), Spekulationsfrist und Prognosen über bis zu 30 Jahre (laut Anbieter)
- Reservierungsworkflow mit Ablaufdatum und Verkaufsbestätigung (laut Anbieter)
- Investagon-CSV-Import inklusive automatischer Umrechnung der Miteigentumsanteile (laut Anbieter)
- Org-zu-Org-Chat, teilbare Kundenlinks mit Logo-Branding, Grunderwerbsteuer-Tabelle (laut Anbieter)
- Unbegrenzte Anzahl an Projekten, Einheiten, Unterlagen und Nutzern (laut Preisseite)
Das Kostenlos-Modell durchgerechnet: Wer zahlt wann 0,075 Prozent?
Die Investavio-Preisseite ist erfreulich klar: keine Setup-Gebühr, kein monatlicher Fixbetrag, unbegrenzte Projekte, Einheiten und Nutzer (Stand Juli 2026). Finanziert wird die Plattform ausschließlich transaktionsabhängig. Pro abgeschlossener Transaktion zahlt der Produktgeber laut Preisseite 0,075 Prozent auf den Abgabepreis und der Hauptvertrieb 0,075 Prozent auf den Endverkaufspreis — zusammen also rund 0,15 Prozent je verkaufter Einheit. Untervertriebe und Einzelnutzer nehmen laut Anbieter kostenlos teil und zahlen auch im Erfolgsfall nichts an die Plattform.
Was bedeutet das konkret? Ein Rechenbeispiel auf Basis der veröffentlichten Prozentsätze: Verkauft ein Hauptvertrieb eine Einheit für 400.000 Euro Endverkaufspreis, fallen für ihn 300 Euro Plattformprovision an. Liegt der Abgabepreis des Bauträgers bei 360.000 Euro, zahlt dieser 270 Euro — insgesamt fließen also 570 Euro an die Plattform. Selbst bei zehn verkauften Einheiten in dieser Größenordnung summiert sich die Belastung des Hauptvertriebs auf 3.000 Euro im Jahr. Gemessen an den im Kapitalanlagevertrieb üblichen Vertriebsprovisionen ist das nach unserer Einschätzung ein sehr niedriger Kostenblock — das Kostenlos-Versprechen ist insofern kein Marketing-Trick, sondern ein transaktionsbasiertes Erlösmodell mit kleiner Stellschraube.
Zwei Punkte sollte man dennoch sauber prüfen. Erstens nennt die Preisseite als Bezugsgröße die abgeschlossene Transaktion, definiert den genauen Auslösezeitpunkt — Reservierung, Notartermin oder Kaufpreiszahlung — dort aber nicht abschließend; die vertraglichen Details regeln laut Anbieter AGB und Plattformvertrag, die man vor dem produktiven Einsatz lesen sollte. Zweitens ist die Plattformprovision eine zusätzliche Kostenposition neben der eigentlichen Vertriebsprovision zwischen Produktgeber und Vertrieb; sie ändert nichts an der Frage, wie diese Provisionen intern über mehrere Ebenen abgerechnet und ausgezahlt werden — das bleibt Aufgabe der eigenen Organisation beziehungsweise ihrer Software.
0 €
Setup- und Monatsgebühr
laut Preisseite, Stand Juli 2026
2 × 0,075 %
Transaktionsprovision
Produktgeber (Abgabepreis) + Hauptvertrieb (Endverkaufspreis)
570 €
Plattformkosten im Rechenbeispiel
400.000 € Endverkaufspreis, 360.000 € Abgabepreis
Erfahrungslage: junge Plattform, kaum unabhängige Bewertungen
Die ehrliche Antwort auf die Suchanfrage „Investavio Erfahrungen“ lautet im Juli 2026: Es gibt kaum belastbares, unabhängiges Material. Auf den einschlägigen Bewertungsportalen OMR Reviews und Capterra war zum Zeitpunkt unserer Recherche kein Produkteintrag zu Investavio auffindbar, und auch eine breitere Websuche förderte keine unabhängigen Erfahrungsberichte von Vertrieben oder Bauträgern zutage. Das ist ausdrücklich kein Negativbefund — junge Plattformen brauchen Zeit, bis sich eine öffentliche Bewertungslage bildet. Es bedeutet aber: Wer sich heute ein Urteil bilden will, ist im Wesentlichen auf die Selbstauskunft des Anbieters und den eigenen Test angewiesen.
Für eine seriöse Prüfung empfiehlt sich deshalb das Vorgehen, das sich bei jeder jungen B2B-Plattform bewährt: Impressum und Betreibergesellschaft ansehen — laut Impressum ist das die Singer Investment GmbH in Grünwald (Stand Juli 2026) —, AGB und Plattformvertrag vollständig lesen, insbesondere zu Provisionsauslöser, Datennutzung und Kündigung, und anschließend mit einem einzelnen Projekt oder einer kleinen Objektauswahl real testen. Da die Nutzung laut Preisseite ohne Fixkosten möglich ist, ist die Einstiegshürde für einen solchen Testlauf niedrig; das Risiko beschränkt sich im Wesentlichen auf die investierte Zeit und die eingestellten Daten.
Unabhängig von der Plattformwahl gilt: Die aufsichtsrechtlichen Pflichten des Vertriebs bleiben unberührt. Wer gewerbsmäßig Immobilien oder Darlehen vermittelt, benötigt weiterhin die Erlaubnis nach § 34c GewO samt der dort geregelten Weiterbildungspflichten — ein Marktplatz nimmt einem weder die Erlaubnispflicht noch die Beratungsdokumentation ab. Auch das spricht dafür, Marktplatz-Nutzung und die eigene Prozess- und Compliance-Infrastruktur als zwei getrennte Fragen zu behandeln.
- Betreibergesellschaft und Impressum prüfen (laut Impressum: Singer Investment GmbH, Grünwald — Stand Juli 2026)
- AGB und Plattformvertrag lesen: Wann genau wird die Transaktionsprovision fällig?
- Datenhoheit klären: Was passiert mit eingestellten Objekt- und Kundendaten, wie funktioniert der Export?
- Mit einem Pilotprojekt starten, bevor der gesamte Bestand eingestellt wird
- Eigene § 34c-GewO-Pflichten und Beratungsdokumentation unabhängig vom Marktplatz sicherstellen
Marktplatz vs. Vertriebssoftware: zwei verschiedene Probleme, eine häufige Verwechslung
Die häufigste Fehleinschätzung in Gesprächen über Investavio ist die Gleichsetzung von Marktplatz und Vertriebssoftware. Beide zeigen Objekte, beide haben einen Rechner, beide kennen Reservierungen — auf den ersten Blick wirkt das austauschbar. Tatsächlich beantworten sie aber unterschiedliche Fragen. Der Marktplatz beantwortet: Woher bekomme ich verkaufbare Objekte, und wie erreiche ich als Produktgeber möglichst viele Vertriebe? Die Vertriebssoftware beantwortet: Wie führe ich einen Interessenten vom ersten Kontakt über Beratung, Finanzierung und Reservierung bis zum Notartermin — und wie rechne ich danach die Provision über alle beteiligten Ebenen korrekt ab?
Konkret heißt das: Ein Reservierungsworkflow auf dem Marktplatz organisiert die Reservierung von Marktplatz-Objekten zwischen den beteiligten Organisationen. Er ersetzt kein CRM, das sämtliche Leads unabhängig von der Objektquelle in einer Pipeline führt, Wiedervorlagen und Aufgaben steuert und die Beratungshistorie dokumentiert. Ebenso wenig ersetzt ein Anlegerrechner eine Finanzierungsstrecke, in der Selbstauskunft, Unterlagen und Bankangebote tatsächlich zur Finanzierungsvermittlung führen. Ein vollwertiges CRM, eine E-Signatur und eine Finanzierungsvermittlung werden auf der Investavio-Website nicht beworben (Stand Juli 2026) — konsistent zum Selbstverständnis als schlanker, kostenloser Marktplatz, das aber auch den Rahmen absteckt.
Für die Praxis folgt daraus eine einfache Prüffrage: Welche Schritte meines Vertriebsprozesses finden heute in E-Mail-Postfächern, Excel-Listen und Messengern statt? Wenn die Antwort „Lead-Verwaltung, Finanzierungsbegleitung, Provisionsabrechnung“ lautet, löst ein Marktplatz dieses Problem nicht — egal wie gut sein Objektangebot ist. Wenn die Antwort dagegen „mir fehlen schlicht verkaufbare Objekte“ lautet, ist umgekehrt keine Vertriebssoftware der Welt die Abkürzung, denn Objektbeschaffung ist Netzwerk- und Marktplatzarbeit.
Experten-Tipp
Verwechslungsfalle Reservierung
Eine Marktplatz-Reservierung bindet das Objekt zwischen den Organisationen — sie dokumentiert aber nicht automatisch Beratung, Risikohinweise und Unterschriften gegenüber dem Endkunden. Prüfen Sie, wo in Ihrem Prozess die rechtssichere Kundenstrecke (Selbstauskunft, Signatur, Dokumentation) tatsächlich stattfindet.
Marktplatz geprüft — und der Prozess dahinter?
Sehen Sie in einer Demo, wie MyInvest Pro Leads, Finanzierung, E-Signatur und Provisionsabrechnung in einer Strecke führt — komplementär zu jeder Objektquelle.
MyInvest Pro
Funktions-Direktvergleich: Investavio vs. MyInvest Pro
Der folgende Direktvergleich stellt den auf der Investavio-Website beworbenen Funktionsumfang (Stand Juli 2026) dem Funktionsumfang von MyInvest Pro gegenüber. Wichtig für die faire Lesart: Dass eine Funktion auf der Anbieter-Website nicht beworben wird, heißt nicht zwingend, dass sie technisch unmöglich ist — es heißt nur, dass sie laut den öffentlichen Funktionsangaben nicht zum beworbenen Kern gehört und gegebenenfalls über andere Werkzeuge oder Partner gelöst werden muss. Umgekehrt ist MyInvest Pro kein offener Marktplatz — diese Zeile geht klar an Investavio.
Die Tabelle zeigt das Grundmuster: Investavio konzentriert sich auf Objektzugang, Objektaufbereitung und die Zusammenarbeit zwischen Organisationen — ohne Fixkosten, finanziert über die Transaktionsprovision. MyInvest Pro deckt als Vertriebssoftware den Prozess dahinter ab, vom CRM über Finanzierung und E-Signatur bis zur mehrstufigen Provisionsabrechnung, zu festen Paketpreisen, die auf der Preisseite transparent veröffentlicht sind. Nach unserer Einschätzung konkurrieren die beiden Angebote deshalb weniger, als es die Kategorie „Software für Kapitalanlageimmobilien“ vermuten lässt — sie ergänzen sich.
Investavio und MyInvest Pro im Funktionsvergleich (Anbieterangaben, Stand Juli 2026)
| Funktion | Investavio | MyInvest Pro |
|---|---|---|
| Produkttyp | Offener B2B-Marktplatz zwischen Produktgebern und Vertrieben (laut Anbieter) | Vertriebssoftware mit CRM-Kern für den gesamten Verkaufsprozess |
| Kostenmodell | 0 € Setup und 0 € monatlich; je 0,075 % Transaktionsprovision von Produktgeber und Hauptvertrieb (laut Preisseite) | Feste monatliche Pakete laut transparenter Preisseite; keine Transaktionsprovision an den Softwareanbieter |
| CRM & Deal-Pipeline | Wird auf der Anbieter-Website nicht als vollwertiges CRM beworben (Stand Juli 2026) | CRM mit visueller Deal-Pipeline als Kernbaustein |
| Anlegerrechner | Ja — laut Anbieter inkl. Sonder-AfA-Staffelung (§ 7i/7h/7b) und Prognosen über bis zu 30 Jahre | Rendite- und Cashflow-Rechner in der Beratungsstrecke integriert |
| Reservierung | Reservierungsworkflow mit Ablaufdatum und Verkaufsbestätigung (laut Anbieter) | Reservierungssystem mit Statuslogik im Kernprodukt |
| E-Signatur | Wird auf der Anbieter-Website nicht beworben (Stand Juli 2026) | eIDAS-konforme E-Signatur inkl. Selbstauskunft integriert |
| Finanzierungsvermittlung | Finanzierung erscheint auf der Website als Rechner-Parameter; eine Vermittlungsstrecke wird nicht beworben (Stand Juli 2026) | Finanzierungsvermittlung über 390+ angebundene Bankpartner |
| Provisionsabrechnung | Wird auf der Anbieter-Website nicht als Funktion beworben (Stand Juli 2026) | Mehrstufige Provisionsabrechnung über bis zu fünf Ebenen |
| Objektzugang / Marktplatz | Kern des Angebots: offener Marktplatz mit Objektsuche nach Rendite, Ort, Preis, Bauzustand (laut Anbieter) | Objektkatalog und Netzwerk mit 1.200+ aktiven Vertriebspartnern — kein offener Marktplatz |
| Investagon-Datenimport | CSV-Import der Investagon-Einheitentabelle inkl. MEA-Umrechnung (laut Anbieter) | Kein spezifischer Investagon-Import beworben; Objektanlage über den Katalog |
Für wen ist Investavio die richtige Wahl — und wofür braucht es weiterhin Vertriebssoftware?
Fair betrachtet gibt es klare Szenarien, in denen Investavio nach unserer Einschätzung die naheliegende Wahl ist. Erstens: Bauträger und Produktgeber, die ohne Fixkosten zusätzliche Vertriebsreichweite aufbauen wollen. Das Modell macht den Test praktisch risikolos; schlimmstenfalls kostet er Zeit. Zweitens: kleine Vertriebe und Einzelberater, deren Engpass der Objektzugang ist und die ihre wenigen laufenden Vorgänge noch gut mit Bordmitteln organisieren. Für sie ist ein kostenloser Marktplatz mit Anlegerrechner und Kundenlinks ein echter Zugewinn ohne Budgetdiskussion. Drittens: Organisationen, die bereits mit Investagon-Einheitentabellen arbeiten und ihre Daten laut Anbieter per CSV-Import ohne Neuerfassung auf den Marktplatz bringen können — ein pragmatischer Weg, Distribution zu testen.
Auf der anderen Seite stehen die Szenarien, in denen ein Marktplatz allein das Problem nicht löst. Wer eine mehrstufige Vertriebsstruktur führt, braucht eine belastbare Provisionsabrechnung über alle Ebenen — auf der Investavio-Website wird eine solche Funktion nicht beworben (Stand Juli 2026). Wer Endkunden durch die Finanzierung begleitet, braucht eine Strecke von der Selbstauskunft über den Unterlagen-Datenraum bis zum Bankangebot — auch dies gehört laut den öffentlichen Funktionsangaben nicht zum beworbenen Kern des Marktplatzes. Und wer Beratung rechtssicher dokumentieren und Verträge digital signieren lassen will, findet auf der Anbieter-Website keine beworbene E-Signatur. In diesen Fällen bleibt Vertriebssoftware das Rückgrat — unabhängig davon, ob die Objekte aus dem eigenen Netzwerk, von Investavio oder aus anderen Quellen stammen.
Die ehrliche Zusammenfassung: Investavio konkurriert nach unserer Einschätzung vor allem mit dem Status quo der Objektbeschaffung — Telefon, PDF-Exposés, Excel-Preislisten — und mit kostenpflichtigen Objektplattformen. Mit einer Prozess-Software konkurriert es nur dort, wo Teams bisher gar keine hatten. Die Entscheidung lautet deshalb selten „Investavio oder Vertriebssoftware“, sondern meist „Womit beschaffe ich Objekte?“ und getrennt davon „Womit organisiere ich meinen Vertrieb?“.
- Investavio passt: Produktgeber, die ohne Fixkosten Reichweite im Vertriebsnetz testen wollen
- Investavio passt: Einzelberater und kleine Vertriebe, deren Engpass der Objektzugang ist
- Investavio passt: Investagon-Nutzer, die Einheitendaten laut Anbieter per CSV weiterverwenden wollen
- Vertriebssoftware nötig: mehrstufige Provisionsabrechnung über Partnerebenen
- Vertriebssoftware nötig: Finanzierungsbegleitung mit Selbstauskunft, Datenraum und Bankeinreichung
- Vertriebssoftware nötig: rechtssichere E-Signatur und dokumentierte Beratungsstrecke
Wo MyInvest Pro anders ansetzt: der Prozess vom Lead bis zur Provisionsauszahlung
An dieser Stelle wechseln wir ausdrücklich in die Eigen-Positionierung — die folgenden Absätze beschreiben unser eigenes Produkt. MyInvest Pro ist keine Objektbörse, sondern eine Vertriebssoftware für den Kapitalanlage- und Bauträgervertrieb. Im Zentrum steht ein CRM mit visueller Deal-Pipeline, das jeden Interessenten unabhängig von der Objektquelle durch denselben Prozess führt: Lead-Eingang, Qualifizierung, Beratung mit Rechner und Exposé, Reservierung mit Statuslogik, Finanzierung, Notartermin, Abschluss. Über 1.200 aktive Vertriebspartner nutzen die Plattform für den Verkauf von Kapitalanlage-Immobilien.
Zwei Bausteine unterscheiden den Prozessansatz besonders deutlich vom Marktplatz-Modell. Erstens die Finanzierungsvermittlung: Aus der Plattform heraus lassen sich Finanzierungsanfragen mit Selbstauskunft und Unterlagen-Datenraum bei über 390 angebundenen Bankpartnern einreichen; hochgeladene Angebote werden vergleichbar aufbereitet. Zweitens die Provisionsabrechnung: MyInvest Pro rechnet Provisionen über bis zu fünf Partnerebenen ab — vom Tippgeber bis zur Vertriebsleitung — und macht damit genau den Teil des Geschäfts transparent, der in vielen Strukturen bis heute in Tabellenkalkulationen lebt. Dazu kommen eIDAS-konforme E-Signatur und ein Kundenportal, sodass Reservierung, Selbstauskunft und Vertragsunterlagen in einer dokumentierten Strecke laufen.
Beim Preismodell gehen wir bewusst einen anderen Weg als ein transaktionsfinanzierter Marktplatz: feste monatliche Pakete, transparent auf unserer Preisseite veröffentlicht, ohne Transaktionsprovision an den Softwareanbieter. Was fair zu sagen ist: Damit ist MyInvest Pro anders als Investavio nicht kostenlos — die Investition lohnt sich nach unserer Erfahrung dann, wenn ein Team seinen Prozess wirklich in der Software abbildet und Volumen über mehrere Berater oder Ebenen läuft. Für den reinen Objektzugang ohne Prozessbedarf wäre sie das falsche Werkzeug — so ehrlich muss ein Vergleich sein.
Kombination statt Entweder-oder: Marktplatz als Objektquelle, Software als Prozess-Backbone
Denkt man die beiden Modelle zusammen, entsteht das aus unserer Sicht produktivste Setup: Der Marktplatz dient als eine von mehreren Objektquellen, die Vertriebssoftware als durchgängiges Prozess-Backbone. Ein Vertrieb kann Objekte über Investavio entdecken und reservieren — und parallel jeden Interessenten, jede Beratung, jede Finanzierung und jede Provisionsabrechnung in seiner Software führen. Die Transaktionsprovision des Marktplatzes von rund 0,15 Prozent (laut Preisseite, Stand Juli 2026) und ein Software-Abo sind dabei keine konkurrierenden, sondern schlicht unterschiedliche Kostenlogiken: Die eine bezahlt Objektzugang im Erfolgsfall, die andere Prozessinfrastruktur im Betrieb.
Wichtig ist bei einem solchen Parallelbetrieb nur die saubere Rollenverteilung, damit keine Doppelarbeit und keine widersprüchlichen Stände entstehen. Die Objekt- und Reservierungskommunikation mit dem Produktgeber läuft dort, wo das Objekt herkommt — im Marktplatz. Die Kundenstrecke, die Dokumentation und die Abrechnung laufen im eigenen System, in dem auch alle anderen Objektquellen zusammenlaufen. Wer diese Grenze einmal definiert, vermeidet die typische Falle, denselben Vorgang in zwei Systemen halb zu pflegen.
Für den Einstieg hat sich diese Reihenfolge ohne Big-Bang bewährt.
- 1Objektquellen inventarisieren: Woher kommen heute verkaufbare Einheiten — eigenes Netzwerk, Bauträger-Direktkontakte, Plattformen?
- 2Marktplatz mit einem Pilotprojekt oder einer kleinen Objektauswahl testen; AGB und Provisionsauslöser vorab klären
- 3Prozessgrenze definieren: Reservierung und Produktgeber-Kommunikation im Marktplatz, Kundenstrecke und Abrechnung in der Vertriebssoftware
- 4Jeden Marktplatz-Interessenten sofort als Lead in der eigenen Pipeline anlegen, damit Beratungshistorie und Wiedervorlagen vollständig bleiben
- 5Nach 60 bis 90 Tagen auswerten: Objektzugang, Abschlussquote und Abrechnungsaufwand vorher/nachher vergleichen
FAQ: Häufige Fragen
Was kostet Investavio wirklich?
Laut Preisseite des Anbieters ist Investavio ohne Setup-Gebühr und ohne monatlichen Fixbetrag nutzbar; Projekte, Einheiten, Unterlagen und Nutzer sind unbegrenzt (Stand Juli 2026). Kosten entstehen ausschließlich pro abgeschlossener Transaktion: Der Produktgeber zahlt 0,075 Prozent auf den Abgabepreis, der Hauptvertrieb 0,075 Prozent auf den Endverkaufspreis — zusammen rund 0,15 Prozent. Untervertriebe und Einzelnutzer zahlen laut Anbieter nichts. Im Rechenbeispiel bedeutet das bei 400.000 Euro Endverkaufspreis 300 Euro für den Hauptvertrieb und bei 360.000 Euro Abgabepreis 270 Euro für den Produktgeber. Den genauen Auslösezeitpunkt der Provision definiert die Preisseite nicht abschließend; maßgeblich sind laut Anbieter AGB und Plattformvertrag, die man vor dem produktiven Einsatz prüfen sollte.
Ist Investavio ein CRM?
Nach den öffentlichen Funktionsangaben des Anbieters ist Investavio ein offener B2B-Marktplatz mit Werkzeugen rund um das Objekt: Produktverwaltung, Objektsuche, Anlegerrechner, teilbare Kundenansichten, Reservierungsworkflow und Org-zu-Org-Chat (Stand Juli 2026). Ein vollwertiges CRM mit Lead-Pipeline, Aufgabensteuerung und Beratungshistorie über alle Objektquellen hinweg wird auf der Anbieter-Website nicht beworben — Investavio selbst bezeichnet Wettbewerber wie Investagon und Teamproq als CRM-Lösungen und grenzt sich als kostenloser Marktplatz davon ab. Wer also primär eine Kundenverwaltung mit Vertriebsprozess sucht, braucht nach unserer Einschätzung zusätzlich eine Vertriebssoftware; wer primär Objektzugang sucht, ist mit dem Marktplatz-Ansatz gut bedient. Beides zusammen ergibt ein komplementäres Setup.
Wie verdient Investavio Geld?
Das Erlösmodell ist laut Preisseite rein transaktionsbasiert: Investavio erhält pro abgeschlossener Transaktion je 0,075 Prozent vom Produktgeber (bezogen auf den Abgabepreis) und vom Hauptvertrieb (bezogen auf den Endverkaufspreis), zusammen rund 0,15 Prozent (Stand Juli 2026). Es gibt laut Anbieter keine Setup-Gebühren, keine monatlichen Kosten und keine Begrenzung bei Projekten, Einheiten oder Nutzern; Untervertriebe zahlen nichts. Die Plattform verdient also nur, wenn über sie tatsächlich verkauft wird — ein Anreizmodell, das niedrige Einstiegshürden schafft. Für Nutzer heißt das zugleich: Die wirtschaftlichen Details wie der exakte Fälligkeitszeitpunkt der Provision stehen nicht auf der Preisseite, sondern in AGB und Plattformvertrag — diese Dokumente sollte man vor dem Start vollständig lesen.
Was ist der Unterschied zwischen Investavio und Investagon?
Investavio positioniert sich laut eigener Website ausdrücklich als kostenlose Alternative zu Investagon und Teamproq und beschreibt diese als solide CRM-Lösungen mit Monats- oder Jahresgebühren (Stand Juli 2026). Der Kernunterschied liegt demnach im Modell: Investavio ist ein offener, transaktionsfinanzierter Marktplatz zwischen Produktgebern und Vertrieben, während Investagon nach allgemeiner Markteinordnung den Schwerpunkt auf Objekt-Datenbank, Rendite-Aufbereitung und eine abonnementbasierte Vertriebsplattform legt. Praktisch relevant: Investavio bewirbt einen CSV-Import, der Investagon-Einheitentabellen inklusive automatischer Umrechnung der Miteigentumsanteile einliest — der Parallelbetrieb oder Wechsel ist also offenbar mitgedacht. Eine ausführliche Gegenüberstellung von Investagon und MyInvest Pro finden Sie auf unserer Vergleichsseite zur Investagon-Alternative.
Gibt es unabhängige Investavio Erfahrungsberichte?
Zum Zeitpunkt unserer Recherche im Juli 2026 waren auf den großen Software-Bewertungsportalen OMR Reviews und Capterra keine Produkteinträge oder Nutzerbewertungen zu Investavio auffindbar, und auch die allgemeine Websuche lieferte keine unabhängigen Erfahrungsberichte von Vertrieben oder Bauträgern. Das ist bei einer jungen Plattform nicht ungewöhnlich und für sich genommen kein Warnsignal — es bedeutet aber, dass Interessenten sich ihr Urteil derzeit selbst bilden müssen. Empfehlenswert ist ein strukturierter Eigentest: Impressum und Betreiber prüfen, AGB und Plattformvertrag lesen, mit einem Pilotprojekt starten und Datenexport sowie Provisionsauslöser vorab klären. Da laut Preisseite keine Fixkosten anfallen, beschränkt sich das Testrisiko im Wesentlichen auf die investierte Zeit.
Kann ich Investavio und MyInvest Pro parallel nutzen?
Ja — nach unserer Einschätzung ist das sogar das schlüssigste Setup, weil beide Werkzeuge unterschiedliche Aufgaben lösen. Investavio dient dabei als zusätzliche Objektquelle: Objekte entdecken, mit dem Produktgeber kommunizieren, Einheiten reservieren. MyInvest Pro bleibt das Prozess-Backbone, in dem jeder Interessent unabhängig von der Objektquelle als Lead geführt wird — mit Beratungsdokumentation, Finanzierungsvermittlung über 390+ Bankpartner, eIDAS-Signatur und mehrstufiger Provisionsabrechnung. Wichtig ist eine klare Prozessgrenze, damit kein Vorgang doppelt gepflegt wird: Objekt- und Reservierungskommunikation im Marktplatz, Kundenstrecke und Abrechnung in der Software. Die Kostenlogiken ergänzen sich dabei: transaktionsabhängige Plattformprovision auf der einen, planbares Software-Abo laut Preisseite auf der anderen Seite.
Fazit
Investavio hält sein Kostenlos-Versprechen nach den veröffentlichten Angaben in einem klar definierten Rahmen: keine Fixkosten, Finanzierung über je 0,075 Prozent Transaktionsprovision von Produktgeber und Hauptvertrieb, Untervertriebe zahlen nichts (laut Preisseite, Stand Juli 2026). Zusammen mit Anlegerrechner, Reservierungsworkflow und Investagon-CSV-Import ist das ein durchdachtes Marktplatz-Angebot mit sehr niedriger Einstiegshürde — auch wenn die unabhängige Erfahrungslage zur jungen Plattform bislang dünn ist und AGB sowie Plattformvertrag vor dem produktiven Einsatz gelesen werden sollten.
Die entscheidende Erkenntnis für Kapitalanlage-Vertriebe und Bauträger ist die Unterscheidung der Probleme: Objektzugang ist nicht Prozess. Ein Marktplatz beschafft Objekte und Reichweite; die Strecke vom Lead über Beratung, Finanzierung und E-Signatur bis zur mehrstufigen Provisionsabrechnung wird auf der Investavio-Website nicht beworben und bleibt Aufgabe der eigenen Infrastruktur. Wer beides braucht, kombiniert nach unserer Einschätzung am besten: Marktplatz als Objektquelle, Vertriebssoftware als Backbone.
Wenn Sie prüfen wollen, wie dieser Prozess in der Praxis aussieht, sehen Sie sich MyInvest Pro im Live-Einsatz an: vom Lead-Eingang über die Finanzierungsanfrage bei 390+ Bankpartnern bis zur Provisionsabrechnung über bis zu fünf Ebenen. Die Preise dafür stehen transparent auf unserer Preisseite — und ob sich die Investition für Ihr Setup lohnt, klären wir ehrlich im Gespräch.
Interne Weiterführende Links
- Provisionsmodul von MyInvest Pro: Mehrstufige Provisionsabrechnung über bis zu fünf Ebenen — vom Tippgeber bis zur Vertriebsleitung, transparent und nachvollziehbar.
- Software-Vergleich für den Immobilienvertrieb: MyInvest Pro im direkten Vergleich mit CRM- und Vertriebslösungen — Funktionen, Preise und Einsatzszenarien.
- Investagon-Alternative im Detail: Ausführliche Gegenüberstellung von Investagon und MyInvest Pro: Objektfokus vs. durchgängiger Vertriebsprozess.
- Transparente Preise von MyInvest Pro: Alle Pakete und Konditionen offen einsehbar — ohne Transaktionsprovision an den Softwareanbieter.
- Strukturvertrieb im Immobilienbereich: Wie mehrstufige Vertriebsstrukturen funktionieren und warum die Provisionsabrechnung über Ebenen der kritische Punkt ist.
Externe Quellen
- § 7b EStG — Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau: Gesetzestext mit den Voraussetzungen der Sonder-AfA: Baukostenobergrenzen, Effizienzhaus-40-Standard und zehnjährige Vermietungspflicht.
- § 34c GewO — Erlaubnispflicht für Immobilien- und Darlehensvermittler: Rechtsgrundlage der Erlaubnis- und Weiterbildungspflichten, die für gewerbliche Vermittler unabhängig von der genutzten Plattform gelten.
Medien-Briefing
Rechenbeispiel-Grafik: Was 0,075 % + 0,075 % konkret kosten
Balken- oder Stufengrafik, die für drei Transaktionsvolumina (250.000 €, 400.000 €, 600.000 € Endverkaufspreis) die Plattformprovision für Produktgeber und Hauptvertrieb nach dem veröffentlichten Investavio-Modell (Stand Juli 2026) visualisiert.
Alt-Tag: Grafik mit Rechenbeispielen zur Investavio-Transaktionsprovision von je 0,075 Prozent für Produktgeber und Hauptvertrieb
Schaubild: Marktplatz und Vertriebssoftware als komplementäre Ebenen
Zweistufiges Schaubild: obere Ebene Marktplatz (Objektquelle, Reservierung, Produktgeber-Kommunikation), untere Ebene Vertriebssoftware (Lead-Pipeline, Beratung, Finanzierung, E-Signatur, Provisionsabrechnung) mit Übergabepunkt „Interessent wird Lead“.
Alt-Tag: Schaubild zeigt Marktplatz als Objektquelle und Vertriebssoftware als Prozess-Backbone im Immobilienvertrieb
