Forecast Bauträger Vertrieb Prognose beschreibt eine konkrete Steuerungsaufgabe: Welche Einheiten können innerhalb des betrachteten Zeitraums voraussichtlich beurkundet werden, und welche Voraussetzungen fehlen dafür? Eine belastbare Antwort entsteht aus überprüfbaren Vorgängen. Entscheidend sind der dokumentierte Käuferfortschritt, der realistische Terminpfad und mögliche Hindernisse im jeweiligen Bauabschnitt.
Ein Reservierungsbestand allein beantwortet diese Frage nicht. Ein Käufer kann seine Finanzierung noch vorbereiten, während bei einem anderen die Vertragsabstimmung läuft. Ebenso kann ein bestätigter Notartermin an offenen Voraussetzungen hängen. Für die Planung benötigen Sie deshalb eine nachvollziehbare Verbindung zwischen Vertriebsdaten, Beurkundungsfenster und Freigaben auf Projektebene.
Dieser Beitrag entwickelt dafür eine Methode je Bauabschnitt. Im Mittelpunkt stehen zeitlich begrenzte Prognosen, nachvollziehbare Änderungen und die Übergabe an die Liquiditätsplanung. Die Gewichtung dient als Rechenbaustein; die eigentliche Steuerungsleistung liegt darin, Abhängigkeiten, Datenlücken und Terminrisiken offen auszuweisen.
Wie wird Forecast Bauträger Vertrieb Prognose je Bauabschnitt belastbar?
Belastbar wird die Prognose, wenn Sie je Einheit den belegten Vertriebsstand, das erwartete Beurkundungsfenster und offene Voraussetzungen verbinden. Anschließend bündeln Sie die Vorgänge nach Bauabschnitt und prüfen gemeinsame Hindernisse. Dokumentierte Annahmen erklären jede Gewichtung. Eine gespeicherte Prognoseversion ermöglicht später den Vergleich mit tatsächlich erfolgten Beurkundungen und zeigt, welche Erwartungen sich verändert haben und weshalb die ursprüngliche Planung vom Ergebnis abwich.
Definieren Sie vor der Berechnung das Zielereignis. Für diesen Forecast ist es die erfolgte Beurkundung innerhalb des Berichtszeitraums. Vermarktungsfreigabe, Reservierung und Zahlungseingang bleiben eigenständige Ereignisse. Eine bereits beurkundete Einheit erscheint im Ist-Bestand und wird aus der offenen Prognose entfernt. Andernfalls würde derselbe Vorgang beim Fortschreiben erneut zum erwarteten Abverkauf beitragen. Dokumentieren Sie außerdem, wie aufgehobene Verträge und spätere Korrekturen im Bestandsbericht behandelt werden.
Der Bauabschnitt ist die Ebene für gemeinsame Voraussetzungen: verfügbare Projektunterlagen, Freigaben, Vertriebsstart oder gemeinsam betroffene Vertragsfragen. Diese Gruppierung ergänzt die Betrachtung der Einheitentypen. Sie beantwortet, welcher Projektteil wann zum Abverkauf beitragen kann und welche Entscheidung dafür erforderlich ist. Unter der Arbeitsbezeichnung „Abverkaufsprognose Neubauprojekt“ entsteht damit ein zeitbezogener Bericht, dessen Aussage sich aus den zugrunde liegenden Vorgängen erklären lässt, ohne individuelle Käuferdaten im Managementbericht auszubreiten.
- Sinnvoll ist eine getrennte Darstellung von beurkundetem Bestand, erwarteten Beurkundungen und weiterem Potenzial.
- Definieren Sie den Berichtszeitraum sowie den Datenstichtag ausdrücklich.
- Ordnen Sie gemeinsame Hindernisse dem betroffenen Bauabschnitt zu.
Das Datenmodell verbindet Einheit, Erwerbsvorgang und Stichtag
Die Einheit bildet den festen Bezugspunkt, der Erwerbsvorgang dokumentiert den jeweiligen Käuferprozess. Halten Sie beide getrennt: Eine Wohnung kann nach einer abgesagten Reservierung erneut vermarktet werden, ohne ihre Identität zu ändern. Der frühere Erwerbsvorgang bleibt für die Ursachenanalyse erhalten. Der neue Vorgang erhält eigene Statusdaten und Terminannahmen. So vermeiden Sie, ein altes Finanzierungsmerkmal oder einen inzwischen überholten Notartermin versehentlich auf den nächsten Interessenten zu übertragen.
Für die Prognose empfiehlt sich ein Datensatz mit Bauabschnitt, Einheit, aktivem Erwerbsvorgang, erwartetem Kaufpreis, Statusdatum, Nachweisdatum, Beurkundungsfenster und Verantwortlichem. Ergänzen Sie offene Voraussetzungen sowie die Begründung der aktuellen Einschätzung. Der erwartete Kaufpreis benötigt eine klare Preisbasis: Berücksichtigen Sie dokumentierte Nachlässe und separat behandelte Nebenobjekte nach einer einheitlichen Definition. Eine spätere Preisänderung soll als Wertänderung erkennbar bleiben und nicht scheinbar die Qualität der Vertriebsprognose verändern.
Speichern Sie zum Berichtsstichtag einen unveränderlichen Auszug. Ein aktuelles CRM zeigt den heutigen Arbeitsstand; es rekonstruiert ohne entsprechende Historie nicht zuverlässig die damalige Erwartung. Zur Prognoseversion gehören daher auch Rechenregeln, Annahmen und manuelle Änderungen. Wird ein Vorgang nachträglich korrigiert, bleibt der ursprüngliche Bericht erhalten. Die Korrektur erscheint in der folgenden Version mit Begründung. Dadurch können Sie gegenüber Banken und Gesellschaftern erklären, was zum jeweiligen Zeitpunkt bekannt war.
Praxis-Tipp
Nachweis und Einschätzung trennen
Speichern Sie ein bestätigtes Ereignis getrennt von der daraus abgeleiteten Prognose. Ein Bankkontakt ist ein Nachweis über Kommunikation, aber noch keine belegte Finanzierungszusage.
In der Software
Kennzahlen, die aus den echten Deals kommen
Abschlussquote, Umsatzentwicklung und Pipeline-Wert entstehen aus den erfassten Vorgängen — ohne Nacherfassung in einer zweiten Datei.


Oberfläche im Original, Beispieldaten.
Berichte ansehenWie gehen Reservierungen in die Abverkaufsprognose ein?
Reservierungen gehen als offene Erwerbsvorgänge mit dokumentierter Laufzeit, Käuferaktivität und nächstem Schritt in die Prognose ein. Sie erhalten keine pauschale Sicherheit allein durch ihre Bezeichnung. Entscheidend ist, ob Finanzierung und Vertragsvorbereitung zum geplanten Beurkundungsfenster passen. Fehlende Nachweise bleiben sichtbar und begrenzen die Aussagekraft der Einschätzung, statt durch einen unveränderten Status verdeckt zu werden oder im Bericht als gesicherter Fortschritt aufzutauchen.
Prüfen Sie bei einer Reservierung, welche Handlung seit ihrer Anlage tatsächlich erfolgt ist. Hat der Käufer Unterlagen bereitgestellt, eine Finanzierungsprüfung angestoßen oder offene Vertragsfragen konkretisiert? Eine verlängerte Reservierung ist zunächst eine verlängerte Laufzeit. Sie bedeutet nicht automatisch zusätzlichen Fortschritt. Bleibt die nächste Handlung unklar, benötigt der Vorgang eine erneute Bewertung. Halten Sie dabei den Grund fest: fehlende Rückmeldung, unvollständige Finanzierung, abweichende Objektwünsche oder ein auf Projektebene liegendes Hindernis.
Für konkurrierende Interessen an derselben Einheit benötigen Sie eine eindeutige Rechenregel. Sinnvoll ist, den führenden Erwerbsvorgang in der Basisprognose zu berücksichtigen und Alternativinteressenten separat als Ersatzpotenzial zu führen. Die Addition sämtlicher Interessenten würde die verfügbare Einheit mehrfach zählen. Wechselt die Priorität, dokumentieren Sie den Übergang. Die Wohnung bleibt dieselbe, aber Käuferbezug, Finanzierungsstand und Zeitannahme werden neu bewertet. Ein Ersatzinteressent übernimmt nicht automatisch den Fortschritt seines Vorgängers.
- Prüfen Sie die Laufzeit der Reservierung und den belegten Käuferfortschritt.
- Dokumentieren Sie den nächsten Schritt mit Verantwortlichem und Zieltermin.
- Führen Sie Ersatzinteressenten außerhalb der Basisprognose, solange sie keinen eigenen belastbaren Terminpfad haben.
Finanzierungsstände nach ihrem tatsächlichen Aussagegehalt bewerten
Ein Finanzierungsstatus ist nur verwertbar, wenn seine Bedeutung eindeutig feststeht. „Unterlagen angefordert“, „Prüfung läuft“ und „Zusage dokumentiert“ beschreiben unterschiedliche Sachverhalte. Auch eine positive Rückmeldung kann noch Bedingungen enthalten. Erfassen Sie deshalb, worauf sich die Aussage bezieht, wann sie vorlag und welche Punkte offen sind. Für die Prognose zählt der nachgewiesene Stand zum Stichtag; eine erwartete Bankentscheidung bleibt eine ausdrücklich benannte Annahme des zuständigen Verantwortlichen.
Verknüpfen Sie die Finanzierung mit dem konkreten Kaufgegenstand und der aktuellen Preisannahme. Ändern sich Einheit, Kaufpreis oder Erwerberkonstellation, prüfen Sie die Tragfähigkeit des bisherigen Status erneut. Im Forecast genügt eine sachliche Zusammenfassung des relevanten Hindernisses. Detaillierte Unterlagen gehören in den dafür vorgesehenen Arbeitsbereich. Der ergänzende Beitrag zur Finanzierungskoordination erläutert die operative Bankübergabe; hier geht es um die Frage, ob deren aktueller Stand das geplante Beurkundungsfenster noch stützt.
Sinnvoll ist eine Bewertung entlang des nächsten entscheidenden Ereignisses. Wird eine nachgereichte Unterlage benötigt, erhält deren Bereitstellung einen Verantwortlichen und einen erwarteten Termin. Ist die Rückmeldung der Bank offen, wird diese Abhängigkeit benannt. Verschieben Sie das Beurkundungsfenster, sobald der verbleibende Ablauf unter den dokumentierten Annahmen nicht mehr hineinpasst. Ein unverändert positives Statusfeld darf keine Terminplausibilität ersetzen. Ebenso sollte ein organisatorischer Rückstand nicht ohne Begründung als endgültiger Käuferverlust behandelt werden.
Experten-Tipp
Bedingungen sichtbar halten
Ergänzen Sie bei positiven Finanzierungsmerkmalen das Feld „Offene Bedingungen“. Erst die Verbindung aus Nachweis, Bedingungen und Zeitannahme macht den Status für die Prognose nutzbar.
Wann gehört ein Notartermin in die Periodenprognose?
Ein Notartermin gehört in die Periodenprognose, wenn sein Bestätigungsstand dokumentiert ist und offene Voraussetzungen innerhalb des verbleibenden Zeitfensters plausibel bearbeitet werden können. Eine Anfrage oder ein Wunschtermin genügt dafür nicht allein. Prüfen Sie Vertragsvorbereitung, Käuferbereitschaft, Finanzierung und projektbezogene Hindernisse gemeinsam. Bleibt ein entscheidender Punkt ungeklärt, wird der Termin mit Vorbehalt ausgewiesen oder einem späteren Zeitraum zugeordnet und die Änderung begründet.
Unterscheiden Sie in der Arbeitssteuerung zwischen angefragtem, vorgeschlagenem, bestätigtem und durchgeführtem Termin. Hinterlegen Sie die Quelle der Bestätigung und offene Abstimmungen. Ein bestätigter Kalendereintrag ist ein stärkeres Planungssignal als ein interner Wunsch, bleibt aber ein zukünftiges Ereignis. Für die rechtliche Einordnung gilt: Grundstückskaufverträge bedürfen nach § 311b Abs. 1 Satz 1 BGB der notariellen Beurkundung. Ein geplanter Termin ist deshalb kein Nachweis einer bereits erfolgten Beurkundung. Quelle: [Bürgerliches Gesetzbuch](https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/).
Planen Sie mit einem Beurkundungsfenster, solange ein konkreter Termin nicht ausreichend belegt ist. Das verhindert scheinbare Tagesgenauigkeit. Für die Zuordnung zum Berichtszeitraum zählt die Wahrscheinlichkeit einer Beurkundung innerhalb dieses Fensters, nicht nur die generelle Kaufabsicht. Fällt ein Termin aus, trennen Sie Verschiebung und Aufgabe des Erwerbsvorgangs. Eine Verschiebung verändert zunächst die zeitliche Zuordnung; eine dokumentierte Absage verändert zusätzlich die erwartete Verwertung der Einheit und löst gegebenenfalls die erneute Vermarktung aus.
- 1Terminstatus anhand der dokumentierten Kommunikation prüfen.
- 2Offene Voraussetzungen und ihre erwartete Bearbeitung abgleichen.
- 3Beurkundungsfenster bestätigen oder mit Begründung verschieben.
- 4Durchgeführte Beurkundungen in den Ist-Bestand übernehmen.
Die Prognose am Erwerbsvorgang prüfen
Prüfen Sie anhand Ihrer Einheiten, wie Status, Nachweise und Beurkundungsfenster im Reporting zusammengeführt werden können.
MyInvest Pro
Die Prognose je Bauabschnitt nachvollziehbar berechnen
Für die Berechnung benötigen Sie eine zeitbezogene Wahrscheinlichkeit: Wie wahrscheinlich ist die Beurkundung dieser Einheit innerhalb der betrachteten Periode? Multiplizieren Sie den erwarteten Kaufpreis mit dieser Wahrscheinlichkeit und addieren Sie die Ergebnisse je Bauabschnitt. Die Summe der Wahrscheinlichkeiten ergibt gewichtete Einheitenäquivalente. Die Formel braucht keine Unabhängigkeit der Vorgänge, um Erwartungswerte zu addieren. Gemeinsame Risiken sind jedoch entscheidend dafür, wie stark das tatsächliche Ergebnis von dieser Erwartung abweichen kann.
Annahme: Im betrachteten Monat sind im Bauabschnitt Nord die Einheiten A und B offen. A hat einen erwarteten Kaufpreis von 400.000 Euro und eine Periodenwahrscheinlichkeit von 75 Prozent; B hat 500.000 Euro und 40 Prozent. Daraus ergeben sich unter diesen Annahmen 300.000 Euro plus 200.000 Euro, also 500.000 Euro gewichtetes Kaufpreisvolumen. Die ebenfalls aus diesen Annahmen berechneten 1,15 Einheitenäquivalente sind ein Erwartungswert, keine Aussage über teilbare Wohnungen.
Annahme: Im Bauabschnitt Süd kommt Einheit C mit 600.000 Euro Kaufpreis und 50 Prozent Periodenwahrscheinlichkeit hinzu. Das ergibt im Beispiel 300.000 Euro gewichtetes Volumen und zusammen mit Nord 800.000 Euro. Sämtliche Gewichtungen sind hier frei gesetzte Rechenannahmen, keine Branchenwerte. Der Ausdruck „Vertriebsforecast Einheiten Wahrscheinlichkeit“ bezeichnet dabei die Verbindung von Objekt, Zeitraum und Einschätzung. Für Ihren Betrieb werden die Annahmen anhand dokumentierter Vorgänge begründet und später mit den tatsächlichen Ergebnissen verglichen.
800.000 Euro
Gewichtetes Kaufpreisvolumen unter den Rechenannahmen
Erwartungswert für die Beispielperiode, kein Zahlungseingang
1,65
Gewichtete Einheitenäquivalente unter den Rechenannahmen
Rechnerische Summe der angenommenen Periodenwahrscheinlichkeiten
Annahme: Beispielrechnung für den betrachteten Monat
| Einheit und Bauabschnitt | Angenommener Kaufpreis | Angenommene Periodenwahrscheinlichkeit | Ergebnis unter den Annahmen |
|---|---|---|---|
| A · Nord | Annahme: 400.000 Euro | Annahme: 75 Prozent | Unter den Annahmen: 300.000 Euro |
| B · Nord | Annahme: 500.000 Euro | Annahme: 40 Prozent | Unter den Annahmen: 200.000 Euro |
| C · Süd | Annahme: 600.000 Euro | Annahme: 50 Prozent | Unter den Annahmen: 300.000 Euro |
Gemeinsame Hindernisse mit Szenarien sichtbar machen
Eine gewichtete Summe kann verdecken, wie eng Vorgänge miteinander verbunden sind. Fehlt eine gemeinsame Projektunterlage oder verschiebt sich eine Freigabe, können Käuferprozesse desselben Bauabschnitts gleichzeitig betroffen sein. Ein pauschaler Abschlag auf das Gesamtprojekt erklärt diese Abhängigkeit nicht. Benennen Sie stattdessen das konkrete Ereignis, die betroffenen Einheiten und den erwarteten zeitlichen Effekt. Dadurch wird sichtbar, welche Entscheidung auf Projektebene den Forecast verändert und welche Vorgänge unabhängig davon weiterlaufen.
Annahme: Im Rechenbeispiel verhindert ein gemeinsames Hindernis sämtliche Beurkundungen im Bauabschnitt Nord während des betrachteten Monats. Unter dieser zusätzlichen Szenarioannahme entfällt dessen gewichteter Monatsbeitrag von 500.000 Euro; für das Gesamtprojekt verbleiben 300.000 Euro aus Süd. Die Erwerbsvorgänge in Nord gelten dadurch nicht automatisch als verloren. Ihr Beitrag wird für spätere Perioden neu bewertet. Das Szenario beschreibt eine bedingte Entwicklung und keine statistisch nachgewiesene Untergrenze oder Eintrittswahrscheinlichkeit für das Projekt.
Sinnvoll sind ein begründetes Basisszenario sowie ein Verzögerungs- und ein Beschleunigungsszenario. Hinterlegen Sie jeweils den auslösenden Sachverhalt, statt lediglich Prozentsätze auszutauschen. Im Beschleunigungsszenario können etwa früher verfügbare Unterlagen ein vorgezogenes Terminfenster ermöglichen. Das Vertriebsziel bleibt daneben stehen: Es beschreibt die angestrebte Leistung, nicht die aktuelle Erwartung. Eine Abweichung zwischen Ziel und Forecast ist ein Steuerungssignal und kein Anlass, die Annahmen ohne neue Evidenz anzuheben oder offene Hindernisse aus dem Bericht zu entfernen.
- Ordnen Sie jedes gemeinsame Hindernis einem Verantwortlichen zu.
- Benennen Sie das Ereignis, bei dem ein Szenario neu bewertet wird.
- Kennzeichnen Sie Szenariowerte als bedingte Rechnungen, nicht als garantierte Bandbreite.
Wie wird aus der Vertriebsprognose eine Liquiditätsplanung?
Eine Liquiditätsplanung entsteht erst, wenn Sie erwartete Beurkundungen mit dem jeweiligen Zahlungsplan, den Voraussetzungen für Zahlungen und dem erwarteten Eingangstermin verknüpfen. Das gewichtete Kaufpreisvolumen allein reicht dafür nicht. Baufortschritt, vertragliche Regelungen und bereits eingegangene Zahlungen werden separat berücksichtigt. Vertrieb und Finanzbereich stimmen dabei dieselben Einheiten und Prognoseversionen ab, damit zeitliche Verschiebungen nachvollziehbar bis in die Planung der Zahlungsmittel weitergegeben werden.
Für die rechtliche Einordnung ist § 3 Abs. 1 Satz 1 MaBV maßgeblich, soweit dessen Anwendungsfall vorliegt: Die Entgegennahme von Erwerbermitteln setzt die dort genannten Sicherungen voraus. § 3 Abs. 2 MaBV regelt zusätzlich die Entgegennahme von Teilbeträgen entsprechend dem Bauablauf. Ein Vertriebsstatus ersetzt diese Prüfung nicht. Der Beitrag bietet eine Prozesseinordnung, keine Prüfung Ihres Vertrags oder Ihrer Zahlungsanforderung. Primärquelle ist die [Makler- und Bauträgerverordnung](https://www.gesetze-im-internet.de/gewo_34cdv/).
Die Arbeitsbezeichnung „Liquiditätsplanung Bauträger Vertrieb“ sollte deshalb für eine abgestimmte Übergabe stehen. Der Vertrieb liefert erwartete Beurkundungsfenster und Käuferhindernisse; Projektsteuerung und Finanzbereich ergänzen Baufortschritt, geprüfte Zahlungsannahmen und tatsächliche Eingänge. Eine verschobene Beurkundung kann einen erwarteten Zahlungseingang verschieben, muss aber nicht sämtliche späteren Zahlungen gleichermaßen verändern. Rechnen Sie den jeweiligen Terminpfad neu. Bereits vereinnahmte Beträge bleiben Ist-Werte und werden nicht erneut als zukünftiger Zufluss eingeplant oder mit einer Vertriebswahrscheinlichkeit gewichtet.
Praxis-Tipp
Begriffe im Bericht eindeutig halten
Verwenden Sie getrennte Bezeichnungen für beurkundetes Kaufpreisvolumen, gewichtetes offenes Kaufpreisvolumen und erwartete Zahlungseingänge. Damit bleibt erkennbar, welche Aussage eine Kennzahl tatsächlich trägt.
Eine überprüfbare Prognoseroutine im Vertrieb verankern
Sinnvoll ist eine wöchentliche operative Aktualisierung mit einem gesonderten Monatsstand für das Management. Der Vertrieb aktualisiert Käuferfortschritt und Terminannahmen; die Projektverantwortlichen prüfen gemeinsame Hindernisse. Das Controlling kontrolliert Definitionen, Zuordnungen und Rechenlogik. Die Vertriebsleitung verantwortet begründete Ausnahmen. Diese Rollenverteilung verhindert, dass eine Person gleichzeitig alle Quelldaten pflegt, ihre Plausibilität bestätigt und eine gewünschte Managementzahl festlegt. Die Besprechung konzentriert sich auf Änderungen und entscheidungsbedürftige Vorgänge, nicht auf das Vorlesen sämtlicher Statusfelder.
Für jede manuelle Änderung des rechnerischen Ergebnisses benötigen Sie eine nachvollziehbare Begründung. Dokumentieren Sie den betroffenen Vorgang, den ursprünglichen Wert, die neue Einschätzung und deren Grundlage. Ergänzen Sie, wann die Ausnahme erneut geprüft wird. Eine Leitungseinschätzung darf eine wichtige Information ergänzen, sollte aber nicht unbemerkt die zugrunde liegenden Statusdaten überschreiben. Im Bericht bleiben Rechenergebnis und freigegebene Managementprognose unterscheidbar. So können spätere Abweichungen gezielt auf Daten, Regeln oder manuelle Entscheidungen zurückgeführt werden.
MyInvest Pro verbindet CRM, Projekt- und Einheitenverwaltung sowie Reporting als fachliche Arbeitsbereiche. Für Ihre Umsetzung prüfen Sie konkret, wie Stichtagsstände, Beurkundungsfenster, Nachweise und Annahmen abgebildet werden können. Aus dem Vorhandensein eines Reportings folgt noch keine bestimmte Prognosefunktion. Maßgeblich ist ein durchgängiger Ablauf vom gepflegten Erwerbsvorgang zum prüfbaren Bericht je Bauabschnitt. Beginnen Sie mit klaren Definitionen und erproben Sie die Auswertung anhand realer Vorgänge, bevor Sie zusätzliche Kennzahlen oder automatisierte Bewertungen ergänzen.
- 1Quelldaten und neue Nachweise aktualisieren.
- 2Terminpfade sowie gemeinsame Hindernisse prüfen.
- 3Rechnung erstellen und begründete Ausnahmen dokumentieren.
- 4Prognoseversion freigeben und den Finanzbereich über Änderungen informieren.
Abweichungen erklären und Annahmen gezielt verbessern
Vergleichen Sie nach Ablauf der Periode den gespeicherten Forecast mit den tatsächlich erfolgten Beurkundungen. Trennen Sie Terminverschiebung, Aufgabe des Erwerbsvorgangs, Preisänderung, Datenkorrektur und neu hinzugekommenen Verkauf. Diese Ursachen verlangen unterschiedliche Maßnahmen. Eine Terminverschiebung spricht für die Prüfung der Zeitannahmen; eine fehlerhafte Zuordnung verlangt eine Datenkorrektur. Ein zusätzlicher Verkauf außerhalb der bisherigen Prognose kann auf fehlende Aktualität hindeuten. Der bloße Vergleich der Gesamtsummen würde diese Zusammenhänge verdecken und zufällige Ausgleiche zwischen Fehlern übersehen.
Bewerten Sie Wahrscheinlichkeiten anhand vergleichbarer früherer Stichtagsstände. Entscheidend ist, ob das definierte Ereignis innerhalb des damals betrachteten Zeitraums eingetreten ist. Verwenden Sie dazu die Informationen, die zum jeweiligen Stichtag tatsächlich vorlagen. Später bekannte Ergebnisse dürfen nicht rückwirkend in die damalige Bewertung einfließen. Noch laufende Beobachtungszeiträume bleiben offen. Reichen die eigenen Beobachtungen für belastbare Häufigkeiten nicht aus, kennzeichnen Sie die Gewichtungen weiterhin als Expertenannahmen und erläutern deren Grenzen im Bericht ausdrücklich.
Der abschließende Bericht sollte vom Ergebnis zu den Ursachen führen: Ist-Bestand, offene Periodenprognose, bedingte Szenarien und wesentliche Änderungen. Für jeden kritischen Bauabschnitt benennen Sie das Hindernis, den Verantwortlichen und das Ereignis für die nächste Neubewertung. Banken und Gesellschafter erhalten damit eine erklärbare Planung. Intern entsteht ein Arbeitsinstrument, das Entscheidungen vorbereitet. Die Prognose wird nicht dadurch belastbar, dass Abweichungen verschwinden, sondern dadurch, dass ihre Entstehung sichtbar wird und die zugrunde liegenden Annahmen überprüfbar bleiben.
FAQ: Häufige Fragen
Ist eine Reservierung bereits sicherer Abverkauf?
Für die hier definierte Beurkundungsprognose bleibt sie ein offener Erwerbsvorgang. Ihre Bewertung hängt von dokumentiertem Käuferfortschritt, Finanzierung und Terminpfad ab. Eine verlängerte Reservierung allein begründet keine höhere Wahrscheinlichkeit.
Welche Wahrscheinlichkeit bekommt ein bestätigter Notartermin?
Eine allgemeingültige Quote lässt sich daraus nicht ableiten. Bewerten Sie offene Voraussetzungen und das verbleibende Zeitfenster. Ohne ausreichend vergleichbare eigene Beobachtungen bleibt die Gewichtung eine ausdrücklich dokumentierte Annahme.
Wie verhindern Sie eine Mehrfachzählung derselben Wohnung?
Sinnvoll ist, die Basisprognose je Einheit an den führenden Erwerbsvorgang zu binden. Weitere Interessenten werden als Ersatzpotenzial geführt. Bei einem Käuferwechsel bewerten Sie Finanzierung und Beurkundungsfenster erneut.
Warum braucht die Prognose eine feste Version?
Der aktuelle Datenstand zeigt nicht automatisch die damalige Erwartung. Eine gespeicherte Version bewahrt Quelldaten, Annahmen und manuelle Änderungen. Erst damit lässt sich später erklären, weshalb Planung und Ergebnis voneinander abweichen.
Was unterscheidet Periodenwahrscheinlichkeit und Kaufwahrscheinlichkeit?
Die Periodenwahrscheinlichkeit bezieht sich auf eine Beurkundung innerhalb des definierten Zeitraums. Eine allgemeine Kaufwahrscheinlichkeit enthält diese Zeitgrenze nicht. Ein weiterhin aussichtsreicher Vorgang kann deshalb aus der aktuellen Monatsprognose herausfallen.
Ist gewichtetes Kaufpreisvolumen für die Liquiditätsplanung ausreichend?
Nein, es fehlt die zeitliche Zuordnung erwarteter Zahlungen. Ergänzen Sie geprüfte Zahlungsannahmen, Baufortschritt und bereits erfolgte Eingänge. Der Finanzbereich benötigt dafür dieselbe Einheitengrundlage und Prognoseversion wie der Vertrieb.
Fazit
Eine belastbare Prognose je Bauabschnitt verbindet belegte Käuferfortschritte mit realistischen Beurkundungsfenstern. Reservierungen, Finanzierungsstände und Notartermine liefern dafür unterschiedliche Informationen. Entscheidend ist, ihre Aussagegrenzen offenzulegen und gemeinsame Hindernisse gesondert zu prüfen.
Beginnen Sie mit einem einheitlichen Zielereignis, nachvollziehbaren Annahmen und gespeicherten Stichtagsständen. Die anschließende Abweichungsanalyse verbessert die Zeitannahmen und die Datenpflege. So entsteht eine prüfbare Grundlage für Vertriebsentscheidungen und die abgestimmte Übergabe an die Liquiditätsplanung.
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- Projekt- und Einheitenverwaltung: Prüfen Sie die Grundlage für eine eindeutige Zuordnung von Einheiten und Bauabschnitten.
- Reporting & Kennzahlen: Prüfen Sie, wie Kennzahlen und Auswertungen Ihren definierten Prognoseablauf unterstützen können.
- Finanzierungskoordination im Immobilienvertrieb: Hier erfahren Sie zusätzlich, wie Unterlagen, Datenraum und Bankübergabe im Finanzierungsprozess organisiert werden.
- Notariat und Vertriebs-CRM in der Immobilienabwicklung: Hier erfahren Sie zusätzlich, wie Aufgaben zwischen Notariat und Vertrieb bei der Abwicklung abgegrenzt werden.
Externe Quellen
- Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): § 311b Abs. 1 Satz 1 BGB enthält die Formvorgabe für Verträge über die Übertragung oder den Erwerb von Grundstückseigentum.
- Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV): § 3 Abs. 1 und Abs. 2 MaBV regeln im dort beschriebenen Anwendungsfall Voraussetzungen für die Entgegennahme von Erwerbermitteln.

