Ein Immobilien-Lead kostet in Deutschland typischerweise 35 bis 120 Euro, vorqualifizierte oder terminierte Kontakte 150 bis 600 Euro. Eigene Google-Ads-Kampagnen erreichen rund 25 bis 80 Euro pro Anfrage. Entscheidend ist aber der Preis pro Abschluss: Bei 2 bis 8 Prozent Conversion kostet ein Abschluss schnell 1.000 bis 5.000 Euro — schnelle Reaktion und konsequentes Follow-up senken diesen Wert am stärksten.
Hinter diesen Spannen steckt ein Markt mit enormen Qualitätsunterschieden. Derselbe Eigentümerkontakt kann 40 Euro oder 400 Euro kosten — je nachdem, ob er exklusiv oder an mehrere Makler gleichzeitig vergeben wird, wie tief er vorqualifiziert ist und in welcher Region das Objekt liegt. Wer nur auf den Einkaufspreis schaut, vergleicht deshalb Äpfel mit Birnen: Ein billiger Lead, der an drei Wettbewerber gleichzeitig geht, ist am Ende oft teurer als ein exklusiver Kontakt zum doppelten Preis.
Dieser Artikel richtet sich an Makler, Vertriebsleiter und Strukturvertriebe, die Marketingbudget und Leadeinkauf kalkulieren. Du bekommst die marktüblichen Preisspannen je Quelle, ein dokumentiertes Praxisbeispiel aus dem Umfeld des Immobilienverbands IVD, die versteckten Kostenfaktoren — und die Rechnung, die am Ende wirklich zählt: vom Cost-per-Lead zum Cost-per-Abschluss.
Kurzantwort: Das kostet ein Immobilien-Lead 2026
Für Deutschland gibt es keine amtliche Statistik über Lead-Preise — die belastbarsten Anhaltspunkte liefern Anbieterangaben, Agentur-Benchmarks und dokumentierte Kampagnen. Über diese Quellen hinweg zeichnet sich ein konsistentes Bild: Ein Standard-Lead, also eine unqualifizierte Verkäufer- oder Käuferanfrage, bewegt sich meist zwischen 35 und 120 Euro. Vorqualifizierte Kontakte, bei denen Verkaufsabsicht, Zeitrahmen und Objektdaten bereits telefonisch geprüft wurden, kosten 150 bis 600 Euro. Fest terminierte Beratungstermine liegen am oberen Ende dieser Spanne.
Ein öffentlich dokumentiertes Praxisbeispiel liefert das IVD Bildungsinstitut Berlin-Brandenburg: In einer dort ausgewerteten Google-Ads-Kampagne für Eigentümer-Leads ergaben ein durchschnittlicher Klickpreis von 8,03 Euro und eine Conversion-Rate von 14,83 Prozent exakt 54,17 Euro pro Lead — bei über 52.000 Euro Werbebudget. Das deckt sich mit der Erfahrung spezialisierter Agenturen, die für eigene Kampagnen je nach Region und Keyword-Strategie 25 bis 80 Euro pro Anfrage als realistisch nennen.
Wichtig für deine Kalkulation: Der Preis pro Lead ist nur der Einkaufspreis, kein Erfolgsmaß. Zwischen Lead und Provisionsumsatz liegen Erreichbarkeit, Qualifizierung, Wettbewerb um denselben Kontakt und dein eigener Vertriebsprozess. Zwei Teams können identische Leads zum identischen Preis einkaufen und trotzdem völlig unterschiedliche Kosten pro Abschluss haben — dazu unten die vollständige Rechnung.
35–120 €
Standard-Lead (unqualifiziert)
Marktübliche Spanne je nach Anbieter und Region
150–600 €
Vorqualifizierter oder terminierter Kontakt
Telefonisch geprüfte Verkaufsabsicht bis Festtermin
54,17 €
Eigentümer-Lead via Google Ads
Dokumentiertes Praxisbeispiel des IVD Bildungsinstituts
2–8 %
Typische Lead-zu-Abschluss-Conversion
Je nach Quelle, Exklusivität und Follow-up-Qualität
Preisspannen im Detail: Portale, Lead-Anbieter, Agenturen, eigene Kampagnen
Die großen Immobilienportale sind für viele Makler der erste Anlaufpunkt. ImmoScout24 etwa bietet Eigentümer-Leads als eigenes Produkt an: Du legst Wunschregion und Abnahmemenge fest, die Preise werden individuell auf Anfrage kalkuliert und richten sich unter anderem nach Lage und Objektwert. Marktbeobachtungen und Anbietervergleiche verorten Portal-Kontakte meist im mittleren zweistelligen bis unteren dreistelligen Bereich — in gefragten Ballungsräumen und bei hochwertigen Objekten auch deutlich darüber.
Spezialisierte Lead-Anbieter und Vergleichsplattformen decken die gesamte Spanne ab: einfache Bewertungs-Leads am unteren Ende, telefonisch vorqualifizierte oder fest terminierte Eigentümergespräche am oberen. Der Aufpreis für Vorqualifizierung ist dabei kein Selbstzweck — er verlagert Arbeit, die sonst dein Team leisten müsste, zum Anbieter. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, was deine eigene Vertriebsstunde kostet und wie gut deine Innendienst-Kapazität ausgelastet ist.
Eigene Kampagnen über Google Ads oder Social Ads sind die dritte Route. Hier zahlst du keinen Aufschlag an einen Zwischenhändler, trägst aber Anlaufkosten und Lernkurve selbst. Agentur-Benchmarks für den deutschen Markt nennen je nach Keyword-Kategorie große Unterschiede: Allgemeine Makler- und Bewertungs-Keywords liegen im niedrigen bis mittleren zweistelligen Euro-Bereich pro Anfrage, umkämpfte Verkäufer-Keywords in Metropolen darüber. Das oben zitierte IVD-Praxisbeispiel mit 54,17 Euro pro Eigentümer-Lead liegt genau in dieser Spanne. Wer ohne Erfahrung und ohne optimierte Landingpage startet, sollte anfangs allerdings mit dem Doppelten bis Dreifachen rechnen.
Lead-Quellen im Vergleich: typische Kosten und Eignung
| Lead-Quelle | Typische Kosten pro Lead | Exklusivität | Wofür geeignet |
|---|---|---|---|
| Immobilienportale (z. B. ImmoScout24) | Mittlerer zweistelliger bis dreistelliger Bereich, Preise meist auf Anfrage | Selten exklusiv | Planbares Volumen und Reichweite ohne eigenes Marketing |
| Spezialisierte Lead-Anbieter | 35–120 € Standard, 150–600 € vorqualifiziert oder terminiert | Oft 2–3 Abnehmer je Kontakt, Exklusivität gegen Aufpreis | Schneller Start, Testen neuer Regionen |
| Eigene Google-Ads-Kampagne | Rund 25–80 € pro Anfrage, Praxisbeispiel: 54,17 € | 100 % exklusiv | Nachhaltiger Kanalaufbau mit voller Datenhoheit |
| Social Ads (Meta und Co.) | Häufig unter Google-Ads-Niveau, dafür geringere Kaufabsicht | 100 % exklusiv | Bewertungs-Funnels, Kapitalanleger-Zielgruppen, Markenaufbau |
| Empfehlungen und Bestandsnetzwerk | Kein Einkaufspreis, aber laufender Pflegeaufwand | Exklusiv | Höchste Conversion, aber kaum planbar skalierbar |
In der Software
Jeder Vorgang steht an seiner Stufe
Board, Tabelle und Zeitstrahl zeigen dieselben Deals — wer wo hängt, sieht man ohne Rückfrage.


Bildschirmaufnahme aus der App, Beispieldaten.
CRM ansehenKaufen vs. selbst generieren: Vor- und Nachteile ehrlich gerechnet
Leads kaufen heißt im Kern: Zeit kaufen. Du bekommst ab Tag eins Volumen, ohne Landingpages zu bauen, Kampagnen zu optimieren oder Budget in eine Lernphase zu stecken. Dafür zahlst du den Aufschlag des Anbieters, konkurrierst häufig mit zwei bis drei Kollegen um denselben Kontakt und baust kein eigenes Asset auf — der Kanal versiegt in dem Moment, in dem du aufhörst zu zahlen. Für den Markteintritt in eine neue Region oder zum Überbrücken von Auftragslücken ist das trotzdem oft die rationalere Wahl.
Eigene Leadgenerierung dreht die Logik um: Die ersten Monate sind teuer, weil Klickpreise, Conversion-Rates und Zielgruppen erst kalibriert werden müssen. Danach sinken die Grenzkosten aber spürbar — jede Optimierung an Anzeigen und Landingpage arbeitet dauerhaft für dich, jeder Kontakt gehört exklusiv dir, und du besitzt die vollständigen Daten für Nachfass-Strecken und Retargeting. Das IVD-Beispiel zeigt, dass eingespielte Kampagnen Eigentümer-Leads für gut 54 Euro liefern können — ein Preis, den kein Anbieter für einen exklusiven Kontakt dauerhaft unterbietet.
In der Praxis fahren die meisten erfolgreichen Teams hybrid: gekaufte Leads als planbare Grundlast und zum Testen neuer Märkte, eigene Kampagnen als strategischen Kanal mit sinkenden Stückkosten. Wichtig ist, beide Quellen im selben System zu messen — sonst vergleichst du Bauchgefühl mit Bauchgefühl. Wie du Leads systematisch selbst erzeugst, zeigt unser Beitrag zur Leadgenerierung für Immobilienprofis.
- Kaufen lohnt sich, wenn du sofort Volumen brauchst, eine neue Region testest oder dein Team freie Vertriebskapazität hat.
- Selbst generieren lohnt sich, wenn du mindestens sechs Monate Durchhaltevermögen, ein festes Monatsbudget und Lust auf Datenarbeit mitbringst.
- Exklusivität ist der wichtigste Preisfaktor: Ein exklusiver Lead zum doppelten Preis schlägt oft drei geteilte Kontakte.
- Datenhoheit zählt doppelt: Eigene Leads darfst du langfristig entwickeln, gekaufte Kontakte sind oft nur eine Momentaufnahme.
- Miss beide Wege konsequent am Preis pro Abschluss, nie am Preis pro Lead.
Die versteckten Kosten: Mehrfachvergabe, Qualität, tote Leads
Der Listenpreis eines Leads ist selten der echte Preis. Der größte versteckte Kostenfaktor ist die Mehrfachvergabe: Viele Anbieter verkaufen denselben Kontakt an zwei bis drei Makler gleichzeitig. Aus einem 60-Euro-Lead mit nomineller Exklusivität wird so ein Wettrennen, bei dem statistisch nur jeder Zweite oder Dritte überhaupt eine Chance auf das Erstgespräch hat — dein effektiver Preis pro nutzbarem Kontakt verdoppelt bis verdreifacht sich, ohne dass es auf der Rechnung steht.
Dazu kommen tote Leads: Fantasie-Telefonnummern, reine Neugier-Bewertungen ohne Verkaufsabsicht, Eigentümer mit Preisvorstellungen weit über Marktniveau oder Anfragen, die schon beim ersten Anruf längst vergeben sind. Je nach Quelle ist ein spürbarer Teil der gelieferten Kontakte praktisch wertlos. Seriöse Anbieter haben dafür Reklamationsregeln — lies sie vor Vertragsschluss genau, denn Fristen von 48 Stunden nützen dir nichts, wenn dein Team Leads erst nach drei Tagen anruft.
Der dritte Block ist dein eigener Aufwand: Jeder Lead kostet Bearbeitungszeit für Anrufversuche, Qualifizierung, Dokumentation und Nachfassen. Bei zehn Kontaktversuchen pro Lead und realistischen Stundensätzen kommen schnell 15 bis 30 Euro interne Kosten obendrauf. Und schließlich binden viele Anbieter ihre Kunden an Mindestabnahmemengen oder Laufzeiten — kalkuliere den Vertrag immer über die Gesamtlaufzeit, nicht über den beworbenen Einstiegspreis.
- Mehrfachvergabe: Derselbe Kontakt geht oft an 2–3 Makler — frage explizit nach Exklusivität und lass sie dir schriftlich bestätigen.
- Tote Leads: Falsche Nummern und Neugier-Anfragen ohne Verkaufsabsicht — prüfe die Reklamationsregeln vor Vertragsschluss.
- Interner Aufwand: Anrufversuche, Qualifizierung und Dokumentation kosten real 15–30 € je Lead zusätzlich.
- Vertragsbindung: Mindestabnahmen und Laufzeiten machen den effektiven Stückpreis oft höher als den beworbenen Einstiegspreis.
- Verspätete Bearbeitung: Wer Leads liegen lässt, verliert Reklamationsfristen und Erreichbarkeit gleichzeitig — doppelter Wertverlust.
Praxis-Tipp
Rechne mit der Netto-Lead-Quote
Teile deine Lead-Kosten nie durch die gelieferte Stückzahl, sondern durch die Zahl der tatsächlich erreichten, verkaufswilligen Kontakte. Ein 49-Euro-Lead mit 50 Prozent Ausschussquote kostet netto 98 Euro — erst diese Zahl ist mit anderen Quellen vergleichbar.
Aus teuren Leads werden Abschlüsse — nicht Karteileichen
MyInvest Pro weist neue Leads automatisch zu, überwacht Erstkontakt-Fristen und hält jedes Follow-up nach — damit kein bezahlter Kontakt stillschweigend verfällt. Miss jede Lead-Quelle bis zum Abschluss und verschiebe dein Budget dorthin, wo es wirklich konvertiert.
MyInvest Pro
Von Cost-per-Lead zu Cost-per-Abschluss: die Rechnung, die zählt
Die einzige Kennzahl, die am Jahresende über deinen Marketing-ROI entscheidet, ist der Preis pro Abschluss — im Marketing-Sprech Cost-per-Acquisition. Die Formel ist simpel: Kosten pro Abschluss = Kosten pro Lead geteilt durch Lead-zu-Abschluss-Conversion. Bei 60 Euro pro Lead und 4 Prozent Conversion zahlst du 1.500 Euro pro Abschluss; bei 2 Prozent sind es 3.000 Euro. So entsteht die marktübliche Spanne von grob 1.000 bis 5.000 Euro pro gewonnenem Auftrag — und so erklärt sich, warum ein teurer, aber exklusiver und gut konvertierender Lead rechnerisch fast immer gewinnt.
Das IVD-Praxisbeispiel rechnet dieselbe Logik durch: 54,17 Euro pro Eigentümer-Lead, etwa einer von fünfzig Leads wird zum Verkaufsauftrag — macht rund 2.708 Euro Akquisekosten pro Auftrag. Dem steht im dort gerechneten Szenario eine Maklerprovision von 20.000 bis 30.000 Euro gegenüber. Selbst wenn deine Conversion schlechter läuft, bleibt zwischen Akquisekosten und Provisionsumsatz meist erheblicher Spielraum — vorausgesetzt, die Provisionshöhe und der Objektwert passen zur Rechnung. In Märkten mit hohen Objektwerten wie München verschiebt sich die Kalkulation deutlich zugunsten höherer Lead-Budgets.
Auf der Erlösseite lohnt der Blick ins Gesetz: Seit Ende 2020 regeln die §§ 656a bis 656d BGB die Maklerprovision beim Verkauf von Wohnungen und Einfamilienhäusern — unter anderem, dass bei Tätigkeit für beide Seiten Käufer und Verkäufer die Provision hälftig tragen und der Maklervertrag der Textform bedarf. Für deine Lead-Kalkulation heißt das: Die realistisch erzielbare Provision je Abschluss ist regional und je nach Vereinbarung unterschiedlich — rechne mit deinen tatsächlichen Sätzen, nicht mit Best-Case-Werten. Die konkrete Ausgestaltung von Provisionsvereinbarungen gehört in die Rechtsberatung, nicht in einen Blogartikel.
- 1Netto-Lead-Preis bestimmen: Listenpreis plus interner Bearbeitungsaufwand, geteilt durch den Anteil real erreichbarer, verkaufswilliger Kontakte.
- 2Conversion messen: Wie viele dieser Netto-Leads werden über 6–12 Monate tatsächlich zu Aufträgen? Ohne CRM-Daten ist das Raten.
- 3Kosten pro Abschluss errechnen: Netto-Lead-Preis geteilt durch Conversion-Rate — diese Zahl vergleichst du über alle Quellen hinweg.
- 4Gegen die Provision stellen: Durchschnittliche Provision je Abschluss minus Kosten pro Abschluss ergibt deinen Deckungsbeitrag je Lead-Quelle.
- 5Budget umschichten: Konsequent in die Quellen mit dem besten Deckungsbeitrag investieren — nicht in die mit dem billigsten Lead.
Experten-Tipp
Der Hebel liegt fast nie im Einkaufspreis
Zwischen 2 und 8 Prozent Conversion liegt der Faktor vier — beim Lead-Preis verhandelst du um vielleicht 20 Prozent. Wer seine Conversion von 3 auf 5 Prozent hebt, senkt den Preis pro Abschluss um 40 Prozent, ohne einen Cent weniger für Leads zu zahlen. Genau deshalb gehört Budget zuerst in Prozess und Follow-up, dann in mehr Leads.
Reaktionszeit und Follow-up: Warum das CRM über den Lead-ROI entscheidet
Der am besten belegte Conversion-Hebel ist banal und wird trotzdem ständig ignoriert: Geschwindigkeit. Eine im Harvard Business Review veröffentlichte Untersuchung von 2.241 US-Unternehmen kam zu dem Ergebnis, dass Firmen, die Online-Anfragen innerhalb einer Stunde kontaktieren, ihre Leads fast siebenmal so wahrscheinlich qualifizieren wie solche, die sich erst nach mehr als einer Stunde melden — die durchschnittliche Erstreaktion lag trotzdem bei 42 Stunden, und fast ein Viertel der Unternehmen antwortete überhaupt nicht. Ältere Untersuchungen desselben Forscherteams legen zudem nahe, dass die Erreichbarkeit in den ersten Minuten nach der Anfrage um ein Vielfaches höher ist als schon eine halbe Stunde später.
Für den Immobilienkontext ist das doppelt relevant, weil viele Leads mehrfach vergeben werden: Wer denselben Eigentümer-Kontakt mit zwei Wettbewerbern teilt, gewinnt das Erstgespräch fast immer über die Reaktionszeit — der Zweitanrufer führt kein Akquisegespräch mehr, sondern ein Vergleichsgespräch. Ein 80-Euro-Lead, der vier Stunden im Sammelpostfach liegt, ist deshalb ökonomisch oft schon abgeschrieben, bevor ihn jemand anfasst.
Genau hier entscheidet das CRM über deinen Lead-ROI: Neue Leads laufen automatisch aus Portal, Landingpage oder Anbieter-Export ins System, werden nach festen Regeln sofort einem verantwortlichen Berater zugewiesen und mit einer Erstkontakt-Frist versehen. Danach übernimmt die Follow-up-Strecke — denn die wenigsten Eigentümer beauftragen beim ersten Anruf. Wiedervorlagen, dokumentierte Gesprächsstände und automatische Nachfass-Erinnerungen sorgen dafür, dass ein bezahlter Kontakt nicht nach zwei Versuchen stillschweigend verfällt. Wie du Reaktionszeiten organisatorisch in den Griff bekommst, zeigt unser Beitrag zum Lead-Management mit Reaktionszeit-Fokus im Detail.
Praxis-Tipp
Definiere ein internes Service-Level für neue Leads
Lege fest, dass jeder neue Lead werktags innerhalb von 15 Minuten einen ersten Anrufversuch bekommt, und miss die Einhaltung im CRM-Dashboard. Allein diese eine Regel hebt bei den meisten Teams die Erreichbarkeitsquote deutlich — und sie kostet nichts außer Disziplin.
Praxis-Tipp
Follow-up endet nicht nach dem zweiten Anruf
Plane je Lead mindestens sechs bis acht Kontaktpunkte über mehrere Wochen: Anruf, SMS, E-Mail, Marktbericht, erneuter Anruf. Eigentümer entscheiden selten sofort — wer als einziger nach vier Wochen noch strukturiert nachfasst, gewinnt Aufträge, die alle anderen längst abgeschrieben haben.
Budget-Beispielrechnung für ein Vertriebsteam
Wie sieht das konkret aus? Die folgende Beispielrechnung vergleicht zwei fiktive, aber realistisch angesetzte Szenarien für ein kleines Vertriebsteam mit 3.000 Euro Monatsbudget: den Einkauf mehrfach vergebener Portal- und Anbieter-Leads gegen eine eingespielte eigene Google-Ads-Kampagne. Die Annahmen orientieren sich an den oben belegten Spannen — deine echten Zahlen können abweichen und gehören ins eigene Controlling.
Das Ergebnis illustriert den Kernpunkt dieses Artikels: Obwohl beide Szenarien dasselbe Budget einsetzen und die Lead-Preise gar nicht dramatisch auseinanderliegen, unterscheidet sich der Preis pro Abschluss um rund den Faktor zwei — getrieben durch Exklusivität und Conversion, nicht durch den Einkaufspreis. Über ein Jahr gerechnet bedeutet das bei identischem Budget grob doppelt so viele Aufträge aus demselben Marketing-Euro.
Für die Gegenrechnung auf der Erlösseite brauchst du deine realen Durchschnittsprovisionen je Abschluss. Ob sich ein zusätzlicher Marketing-Euro lohnt, siehst du erst, wenn Lead-Kosten, Conversion und Provisionserlöse in einem System zusammenlaufen — genau dafür haben wir einen kostenlosen ROI-Rechner gebaut, mit dem du deine eigenen Zahlen in fünf Minuten durchspielen kannst.
Beispielrechnung: 3.000 € Monatsbudget in zwei Szenarien
| Position | Szenario A: Leads einkaufen | Szenario B: Eigene Google-Ads-Kampagne |
|---|---|---|
| Monatsbudget | 3.000 € | 3.000 € (inkl. Kampagnen-Betreuung) |
| Preis pro Lead | 75 € (mehrfach vergeben) | ca. 55 € (exklusiv) |
| Leads pro Monat | 40 | ca. 54 |
| Lead-zu-Abschluss-Conversion | 4 % (geteilte Kontakte) | 6 % (exklusiv, schnelles Follow-up) |
| Abschlüsse pro Monat | 1,6 | ca. 3,2 |
| Kosten pro Abschluss | 1.875 € | ca. 925 € |
FAQ: Häufige Fragen
Was kostet ein Immobilien-Lead im Durchschnitt?
Ein unqualifizierter Standard-Lead — etwa eine Bewertungsanfrage oder ein Eigentümerkontakt ohne telefonische Prüfung — kostet in Deutschland marktüblich 35 bis 120 Euro. Vorqualifizierte Kontakte mit geprüfter Verkaufsabsicht liegen bei 150 bis 600 Euro, fest terminierte Beratungsgespräche am oberen Ende dieser Spanne. Eigene Google-Ads-Kampagnen erreichen eingespielt rund 25 bis 80 Euro pro Anfrage; ein vom IVD Bildungsinstitut dokumentiertes Praxisbeispiel kam auf 54,17 Euro pro Eigentümer-Lead. Wichtig: Diese Werte sind Marktbeobachtungen, keine amtliche Statistik — die tatsächlichen Preise hängen stark von Region, Objektwert, Exklusivität und Qualifizierungstiefe ab. Vergleiche Angebote deshalb nie über den Listenpreis, sondern über den Netto-Preis pro tatsächlich erreichbarem, verkaufswilligem Kontakt.
Lohnt es sich für Makler, Immobilien-Leads zu kaufen?
Das hängt weniger vom Lead-Preis ab als von deinem Prozess. Gekaufte Leads lohnen sich, wenn du sofort Volumen brauchst, eine neue Region testest oder freie Vertriebskapazität auslasten willst — und wenn dein Team schnell genug reagiert, um im Wettbewerb um mehrfach vergebene Kontakte das Erstgespräch zu gewinnen. Sie lohnen sich nicht, wenn Leads stunden- oder tagelang unbearbeitet liegen: Dann bezahlst du volle Preise für Kontakte, die ein schnellerer Wettbewerber längst konvertiert hat. Rechne vor dem Einstieg konservativ: Netto-Lead-Preis inklusive Ausschuss und internem Aufwand, geteilt durch eine realistische Conversion von 2 bis 8 Prozent, ergibt deinen Preis pro Abschluss — liegt der klar unter deiner durchschnittlichen Provision, ist der Einkauf wirtschaftlich vertretbar.
Was kostet ein Eigentümer-Lead über Google Ads?
Agentur-Benchmarks für den deutschen Markt nennen für eingespielte Kampagnen rund 25 bis 80 Euro pro Eigentümer-Anfrage, abhängig von Region, Wettbewerbsdichte und Landingpage-Qualität. Ein öffentlich dokumentiertes Beispiel des IVD Bildungsinstituts kam bei über 52.000 Euro Werbebudget auf exakt 54,17 Euro pro Lead — errechnet aus 8,03 Euro durchschnittlichem Klickpreis und 14,83 Prozent Conversion-Rate der Landingpage. In teuren Metropolmärkten wie München liegen die Klickpreise höher, gleichzeitig steigen aber auch Objektwerte und Provisionen je Abschluss. Wichtig für Einsteiger: Die ersten Monate laufen fast immer teurer, weil Keywords, Anzeigen und Landingpage erst optimiert werden müssen — kalkuliere für die Lernphase mit dem Doppelten des Zielwerts und bewerte den Kanal frühestens nach einem Quartal.
Warum ist der Preis pro Abschluss wichtiger als der Preis pro Lead?
Weil der Lead-Preis nur den Einkauf misst, nicht den Erfolg. Die entscheidende Formel lautet: Kosten pro Abschluss = Kosten pro Lead geteilt durch Lead-zu-Abschluss-Conversion. Bei typischen 2 bis 8 Prozent Conversion liegt zwischen bestem und schlechtestem Prozess der Faktor vier — beim Lead-Preis verhandelst du dagegen selten mehr als 20 Prozent heraus. Ein 40-Euro-Lead, der an drei Makler vergeben wird und bei dir mit 2 Prozent konvertiert, kostet 2.000 Euro pro Abschluss; ein exklusiver 90-Euro-Lead mit 6 Prozent Conversion nur 1.500 Euro. Wer Quellen nur nach Stückpreis vergleicht, optimiert also systematisch in die falsche Richtung. Miss deshalb jede Lead-Quelle im CRM bis zum Abschluss durch — erst dann siehst du, welcher Kanal dein Budget wirklich verdient.
Wie kann ich meine Lead-Kosten senken, ohne weniger Leads zu bekommen?
Der größte Hebel ist nicht der Einkaufspreis, sondern die Verwertung. Erstens: Reaktionszeit senken — die im Harvard Business Review veröffentlichte Untersuchung zeigt, dass Unternehmen mit Erstkontakt innerhalb einer Stunde ihre Leads fast siebenmal so wahrscheinlich qualifizieren; ein internes Service-Level von 15 Minuten pro neuem Lead kostet nichts und wirkt sofort. Zweitens: Follow-up systematisieren — sechs bis acht Kontaktpunkte über mehrere Wochen statt zwei Anrufversuche, mit Wiedervorlagen und dokumentierten Gesprächsständen im CRM. Drittens: Ausschuss reklamieren — nutze die Reklamationsfristen deiner Anbieter konsequent, das senkt den Netto-Lead-Preis direkt. Und viertens: Quellen umschichten — miss jede Quelle am Preis pro Abschluss und verlagere Budget von billigen, schlecht konvertierenden zu exklusiven, gut konvertierenden Kontakten.
Fazit
Die Frage „Was kostet ein Immobilien-Lead?“ hat zwei Antworten. Die kurze: marktüblich 35 bis 120 Euro für Standard-Kontakte, 150 bis 600 Euro für vorqualifizierte, rund 25 bis 80 Euro über eigene Google-Ads-Kampagnen. Die ehrliche: Der Einkaufspreis ist die unwichtigste Zahl der ganzen Kalkulation. Mehrfachvergabe, Ausschussquoten und interner Aufwand bestimmen den Netto-Preis — und deine Conversion bestimmt, ob aus 60 Euro pro Lead am Ende 1.000 oder 5.000 Euro pro Abschluss werden.
Genau deshalb liegt der wirtschaftlichste Weg zu günstigeren Leads fast nie im härteren Verhandeln mit Anbietern, sondern im eigenen Prozess: Erstkontakt in Minuten statt Stunden, strukturiertes Follow-up über Wochen statt zwei Anrufversuche, und jede Quelle konsequent bis zum Abschluss gemessen. Teams, die das sauber aufsetzen, halbieren ihren Preis pro Abschluss regelmäßig — mit demselben Marketing-Budget.
Wenn du deine Lead-Kosten künftig nicht mehr schätzen, sondern kennen willst: MyInvest Pro führt Leads aus allen Quellen in einer Pipeline zusammen, erzwingt Reaktionszeiten über Zuweisungen und Wiedervorlagen und zeigt dir je Quelle den echten Preis pro Abschluss. Rechne dein Szenario im ROI-Rechner durch oder sieh dir das CRM im Gespräch an — mit deinen Zahlen, nicht mit unseren.
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- Immobilien-Leads generieren: Strategien und Kanäle, mit denen du Leads selbst erzeugst, statt sie teuer einzukaufen.
- Lead-Management und Reaktionszeit: Wie du Erstkontakt-Fristen und Follow-up-Strecken organisatorisch in den Griff bekommst.
- Immobilien-CRM-ROI-Rechner: Rechne mit deinen eigenen Lead-Kosten, Conversion-Rates und Provisionen durch, was ein besserer Prozess wert ist.
- Immobilien-Rendite-Rechner: Für Kapitalanleger-Leads: Objektrendite in Minuten durchrechnen und im Beratungsgespräch belegen.
- Standortanalyse München: Kennzahlen für einen der teuersten Lead-Märkte Deutschlands — mit Quellenangabe zu jeder Zahl.
- MyInvest Pro Preise: Was das CRM kostet, das deine Lead-Kosten pro Abschluss sichtbar macht.
Externe Quellen
- IVD Bildungsinstitut: Eigentümer-Leads für 54,17 Euro: Dokumentiertes Google-Ads-Praxisbeispiel mit Klickpreis, Conversion-Rate und Kosten pro Auftrag aus dem Umfeld des Immobilienverbands IVD.
- Harvard Business Review: The Short Life of Online Sales Leads: Untersuchung von 2.241 US-Unternehmen zur Reaktionszeit auf Online-Leads und deren Effekt auf die Qualifizierungswahrscheinlichkeit.
- § 656d BGB — Maklerprovision bei Wohnimmobilien: Gesetzliche Regelung zur Verteilung der Maklerkosten zwischen Käufer und Verkäufer — die Erlösseite jeder Lead-Kalkulation.
- ImmoScout24: Eigentümer-Leads für Makler: Offizielles Lead-Produkt des größten deutschen Portals — Marktdaten-Beleg für das Modell Wunschregion, Abnahmemenge und Preis auf Anfrage.
